RIB Software

Starkes Umsatzwachstum und Prognose-Anhebung Euphorie nach RIB-Zahlen verpufft

Stand: 31.10.2018, 14:46 Uhr

Die Aktien des Bausoftware-Herstellers sind in diesem Jahr brutal eingebrochen. Am Mittwoch erholten sich die TecDax-Titel zunächst kräftig, bevor sie wieder ihre Gewinne abgaben. RIB Software hat im dritten Quartal positiv überrascht und seine Prognose angehoben.

Der in Stuttgart ansässige Software-Spezialist profitiert von der zunehmenden Digitalisierung der Bauprozesse. RIB liefert Software für die Planung, Kostenkalkulation und das Management von Bauprojekten.

Angesichts des anhaltenden Baubooms ist solch eine Software gefragt. Im dritten Quartal konnte RIB Software seine Einnahmen steigern. Die Erlöse legten um rund vierzehn Prozent auf 32,5 Millionen Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um rund zehn Prozent auf 12,3 Millionen Euro.

Umsatzprognose wird aufgestockt

Wegen der guten Entwicklung im abgelaufenen Quartal hob der Bausoftware-Hersteller seine Umsatzprognose an. Für 2018 peilt RIB nun Erlöse von 124 bis 130 Millionen Euro an. Zuvor waren 117 bis 127 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden. Die Ziele für das Ebitda bestätigte der Konzern bei 33 bis 43 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten lag der Umsatz bei knapp 95 Millionen Euro.

Analyst Dustin Mildner von der Investmentbank Equinet sieht das Softwareunternehmen nach einem starken dritten Quartal auf Kurs für die Jahresziele. Seine Erwartungen seien unter anderem beim Umsatz durch Beratertätigkeiten und vor allem beim operativen Ergebnis deutlich übertroffen worden, schrieb Mildner. Dagegen monierte UBS-Analyst Hannes Leitner eine schwache Umsatzentwicklung aus eigener Kraft und wies darauf hin, dass der angehobene Umsatzausblick bei einem gleichbleibenden operativen Ergebnisziel (Ebitda) eine schwächere Margenentwicklung als bisher impliziert.

Aktie kann Gewinne nicht halten

Die Aktie zog am Mittwoch kräftig an. Zeitweise stieg sie um elf Prozent. Inzwischen ist die Euphorie über die gute Entwicklung im dritten Quartal wieder verpufft. Die Kursgewinne sind komplett zusammengeschmolzen. Seit Jahresbeginn haben die TecDax-Titel fast 40 Prozent an Wert eingebüßt. Schwache Zahlen zum zweiten Quartal und eine überraschende Kapitalerhöhung hatten die Anleger in die Flucht geschlagen.

Zudem gibt es Zweifel an den chinesischen Expansionsplänen von RIB Software. Der Vorstandschef Thomas Wolf wohnt in Hongkong und steuert von dort das chinesische Bausoftware-Geschäft. 2016 wurde das Gemeinschaftsunternehmen Ytwo Formative gegründet. Die Plattform bietet Immobilienentwicklern und Wohnungsbauunternehmen einen Produkt- und Bauteilekatalog sowie nötige Projektmanagementfunktionen. Der Blog "Bilanzcowboys" wirft dem Gemeinschaftsunternehmen Ytwo vor, Pseudogeschäfte abzuwickeln, die virtuelle Umsätze erzeugen. RIB Software weist die Anschuldigungen zurück. Unklar ist, ob sich die Expansion im Reich der Mitte für RIB Software auszuzahlen beginnt.

nb