Reynolds Consumer Products

US-Konzern sammelt eine Milliarde ein Reynolds: Mit Alu und Plastik an die Börse

Stand: 03.02.2020, 11:05 Uhr

Plastikbecher und Aluminiumfolien sorgen beim US-Unternehmen für Gewinne. Unter Umweltgesichtspunkten nicht unproblematisch, aber Investoren hatten damit am Freitag in New York kein Problem: Die Aktie legte zum Börsenstart kräftig zu.

Gegenüber dem Ausgabepreis von 26 Dollar legte die Reynolds-Aktie bis zum Schluss des ersten Handelstages an der Nasdaq rund 20 Prozent bis auf 28,55 Dollar zu. Damit stemmte sich das Papier auch eindrucksvoll gegen den Kursrutsch, den die Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus an der Wall Street am Freitag auslöste.

Der US-Konsumgüterkonzern hatte bei seinem Börsengang in New York mehr als eine Milliarde Dollar eingenommen. Damit gelang der Firma der größte Börsengang eines Unternehmens aus der Haushaltswaren-Branche. Reynolds verkaufte 47,2 Millionen Aktien zu je 26 Dollar. Mit den insgesamt 1,23 Milliarden Dollar Bruttoerlös will das Unternehmen unter anderem Schulden zurückzahlen.

Neuseeländischer Milliardär macht Kasse

Reynolds Consumer Products verkauft vor allem in den USA Aluminiumfolien, Müllsäcke und andere Haushaltswaren wie Pappteller und Plastikbecher. Bisher war das Unternehmen vollständig im Besitz des neuseeländischen Milliardärs Graeme Hart, der nun rund 23 Prozent der Anteile abgibt. Der Anteil kann sich mit der sogenannten Mehrzuteilungsoption für Anleger noch ändern.

Das Produktportfolio, in dem Plastik eine wichtige Rolle spielt, scheint für die Anleger zunächst kein größeres Problem zu sein. Sie schauen bei dem Unternehmen wohl vor allem auf klassische Finanzkennziffern und die Marktanteile des Konzerns. Und die sprechen bis auf weiteres wohl für ein Investment. So finden sich Plastiktüten der Marke Hefty in 95 Prozent der US-Haushalte. Reynolds Verpackungsprodukte werden über die großen Einzelhandelsketten wie Walmart verkauft.

Und Reynolds ist profitabel: In den zurückliegenden neun Monaten wurden die Gewinne von 92 auf 135 Millionen Dollar gesteigert. Der Umsatz lag bei 2,2 Milliarden Dollar.

Nachhaltigkeit als Verkaufskiller?

Immerhin ist das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz durchaus auf dem Radar des Managements erschienen. Man wolle sich bei seinen Produkten stärker auf recyclebare, erneuerbare und kompostierbare Materialien fokussieren. Der Einfluss eines stärkeren Umweltbewusstseins bei den Kunden auf die Verkaufszahlen ist sogar in den Emissionsprospekt eingeflossen: Das Nachhaltigkeitsthema werde in Zukunft die Kaufentscheidungen der Konsumenten stark beeinflussen. Daher müsse das "Markenmanagement" bei Reynolds stärker auf diese Einstellungen Rücksicht nehmen. Was das konkret für die Produktpalette des Unternehmens bedeutet, scheint allerdings noch unklar.

AB