Kaputtes Renault-Logo

Massive Umsatz- und Gewinnwarnung Renault belastet Autoaktien

Stand: 18.10.2019, 09:20 Uhr

Schlechte Nachrichten aus Paris: Der französische Autobauer Renault hat seine Jahresprognose gekappt und geht nun von einem Umsatzrückgang aus. Die Warnung von Renault lastet auf der deutschen Autobranche.

Die Aktien von Renault sacken am Morgen um 14 Prozent ab und steuern auf den größten Tagesverlust seit elf Jahren zu. Im Sog von Renault fallen auch die deutschen Autotitel BMW, Daimler und Volkswagen. Der europäische Branchenindex büßt 2,7 Prozent ein. Angesichts der jüngsten Rally nutzten einige Anleger die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen, sagen Börsianer.

Die schwächelnde Auto-Nachfrage hat den französischen Hersteller Renault stärker erwischt als gedacht. Nachdem das vorige Management seine Hoffnung auf einen Umsatzanstieg bereits im Juli begraben hatte, geht das neue Führungsteam nun sogar von einem merklichen Rückgang aus.

Umsatzrückgang erwartet

Die Erlöse dürften 2019 voraussichtlich um drei bis vier Prozent sinken, warnte der französische Autobauer am Donnerstag nach Börsenschluss. Zudem sollen nur noch etwa fünf statt sechs Prozent der Erlöse als Gewinn beim Konzern hängen bleiben.

Im dritten Quartal schrumpften die Erlöse von Renault um 1,6 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Auf bereinigter Basis betrug der Rückgang 1,4 Prozent. Detaillierte Zahlen zum dritten Quartal will Renault am 25. Oktober veröffentlichen.

Deutsche Bank stuft Aktien ab

Die Deutsche Bank reagierte prompt und strich nach der "massiven Gewinnwarnung" ihre Kaufempfehlung. Sie stufte die Aktien von "Buy" auf "Hold" ab und senkte das Kursziel von 75 auf 60 Euro. Da die Gewinnwarnung wohl eher auf wiederkehrende höhere Kosten zurückgehe als auf niedrigere Umsätze, bestehe die Gefahr, dass sich die Lage im kommenden Jahr nicht bessern werde, schrieb Analyst Gaetan Toulemonde in einer Studie. Auch vom Partner Nissan, der mit eigenen Problemen kämpfe, sei keine Unterstützung zu erwarten.

nb