Starman im Tesla wird abgeschleppt
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Über eine halbe Milliarde Dollar Miese Rekordverlust von Tesla

Stand: 08.02.2018, 08:55 Uhr

Vor zwei Tagen wurde Elon Musk noch für den Abschuss der Superrakete "Falcon Heavy" gefeiert. Nun holt ihn die Realität wieder auf den harten Boden der Tatsachen zurück. Seine Firma Tesla hat im abgelaufenen Quartal den Verlust verfünffacht. Anleger reagieren trotzdem gelassen.

Die Analysten-Schar hatte ein noch schlechteres Ergebnis befürchtet. Folglich hatten sich die nachbörslichen Kursverluste beim Elektroauto-Pionier in Grenzen. Die Aktien geben leicht nach, nachdem sie anfangs sogar noch um zwei Prozent gestiegen waren.

Dabei ist Tesla immer noch so weit von den schwarzen Zahlen entfernt wie die Erde zum Mond. Der Verlust wurde im vierten Quartal 2017 sogar noch ausgeweitet - von 121 auf 675 Millionen Dollar. Ein so großes Minus gab's bei Tesla noch nie.

Festhalten an Produktionszielen für Model 3

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
223,88
Differenz relativ
+1,76%

Andererseits steigerte der Elektroautobauer den Umsatz unerwartet deutlich um 44 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Die Produktionsziele für den Hoffnungsträger, das Model 3, wurde bestätigt. Pro Woche sollen bis Ende März 5.000 Exemplare des Mittelklassewagens gefertigt werden. Ende des ersten Quartals sollen bereits 2.500 Model 3 vom Band laufen.

Davon war Tesla zuletzt noch weit entfernt. Die ambitionierten Vorgaben mussten schon zweimal wegen Problemen mit dem Anlauf der Serienfertigung verschoben werden. Im Schlussquartal wurden laut Tesla nur 1.542 Model 3 ausgeliefert. Analysten hatten mit 4.500 Fahrzeugen gerechnet.

Musk warnt vor noch höheren Investitionen

Für Tesla ist der Erfolg des in den USA ab 35.000 Dollar erhältlichen Model 3 extrem wichtig. Die Firma hat bereits massiv Geld in das Projekt investiert, mit dem der Sprung von der Luxus-Nische in den Massenmarkt gelingen soll. 2018 dürften die Ausgaben noch einmal weiter erhöht werden, warnte Musk die Investoren im Brief an die Aktionäre. Der Großteil der Investitionen werde neben der Autoproduktion für die Fertigung von Batterien sowie für neue Tesla-Läden, Service-Center und Ladestationen benötigt, hieß es.

Mehr Grund zur Freude als Tesla dürfte Musk derzeit an seiner Zweitfirma SpaceX haben. Halb Amerika fieberte am Dienstag mit, als das Raumfahrtunternehmen seine neue Weltraumrakete "Falcon Heavy" in Cape Canaveral ins All schoss. Die Fotos des mit ins Weltraum geschickten Tesla-Cabriolets gingen um die Welt. Musks PR-Gag gelang.

nb

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Das frühreife Kind
Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.

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Tesla Semi

Tesla Semi
Unter großem Pomp enthüllte Tesla-Chef Elon Musk im November den lang erwarteten E-Lkw Semi. So soll das Fahrzeug auch mit voller Ladung von 40 Tonnen eine Reichweite von rund 800 Kilometern erreichen, sagte Musk. Zuletzt sprach Musk sogar von bis zu 965 Kilometern. Die Produktion werde im Jahr 2019 beginnen.

Der Basispreis für das 500-Meilen-Modell soll bei 180.000 Dollar liegen. Der Sattelschlepper hat vier Motoren - und Tesla verspricht, dass er pannenfrei eine Million Meilen (1,6 Millionen Kilometer) schaffen kann.