MTU-Triebwerk

Rückenwind dank Airbus Rekordjahr für MTU

Stand: 20.02.2020, 17:45 Uhr

Die starke Nachfrage nach neuen weniger spritdurstigen Flugzeugen treibt das Geschäft des Triebwerksbauers MTU an. Das operative Ergebnis legte 2019 zweistellig zu. Der Umsatz war so hoch wie nie, blieb aber hinter den Prognosen zurück.

Der Zulieferer entwickelt und baut Komponenten für die Antriebe einer ganzen Palette von Passagier- und Militärflugzeugen. Für das Triebwerk des meistbestellten Airbus-Jets A320neo haben die Münchner zudem erstmals eine eigene Endfertigungslinie aufgebaut.

Umsatz verfehlt die Erwartungen

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Das boomende Airbus-Geschäft beflügelte den Umsatz mit zivilen Triebwerken. Die Erlöse in diesem Bereich stiegen um zehn Prozent. Allerdings bremsten Verschiebungen im Triebwerksgeschäft sowie im Militärgeschäft den Gesamtumsatz, der sich nur um ein Prozent auf 4,63 Milliarden Euro erhöhte. Das war zwar ein Rekordwert, lag aber unter dem von MTU gesteckten Ziel von 4,7 Milliarden Euro.

16,4 Prozent der Erlöse blieben als Gewinn beim Unternehmen hängen. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) kletterte um fast 13 Prozent auf rund 757 Millionen Euro – und somit mehr als erwartet. Der Vorstand hatte zuletzt 750 Millionen Euro angepeilt. Der Überschuss wuchs um knapp acht Prozent auf 488 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen eine von 2,85 auf 3,40 erhöhte Dividende erhalten und damit ein Stück mehr als von Analysten erwartet.

Neue Rekorde für 2020 angepeilt

Im neuen Jahr soll der Rekordkurs fortgesetzt werden. "2020 wollen wir die Messlatte noch ein Stück höher legen und unsere eigenen Rekorde erneut übertreffen", kündigte Vorstandschef Reiner Winkler an. Das operative Ergebnis soll um einen hohen einstelligen Prozentsatz zulegen. Allerdings stellt MTU die Prognose unter Vorbehalt: Je nachdem, wie sich der Coronavirus auf das Geschäft auswirke, werde man die Prognose im Verlauf des Jahres anpassen müssen.

Mehr Umsatz als bisher erwartet MTU im Militärgeschäft, das um einen mittleren einstelligen Prozentsatz zulegen soll. Bisher hatte der Triebwerksbauer mit stagnierenden Umsätzen in dieser Sparte gerechnet. Das Wartungs- und Instandhaltungs-Geschäft für die zivile Luftfahrt, das mehr als die Hälfte des Umsatzes ausmacht, werde um mehr als 20 Prozent zulegen. Für das Geschäft mit neuen Serien-Triebwerken rechnet MTU wie bisher mit hohen einstelligen Zuwachsraten.

MTU-Aktien auf Sinkflug

Der Ausblick und die gemischten Jahreszahlen sorgen für Ernüchterung an der Börse. Die MTU-Aktien rutschen um knapp zwei Prozent ab, nachdem sie zuletzt auf ein Rekordhoch gestiegen waren. Im Herbst war MTU in den Dax aufgestiegen.

Mit den Antrieben von Boeings modernisiertem Mittelstreckenjet 737 Max, für den seit fast einem Jahr ein praktisch weltweites Flugverbot gilt, haben die Münchner nichts am Hut - besitzen aber inzwischen die Lizenz für die Wartung. MTU arbeitet mit dem US-Konzern General Electric lediglich bei den Triebwerken für Großraumflugzeuge wie Boeings Modelle 777 und 787 "Dreamliner" zusammen.

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nb