Packungen mit Jacobs Kaffee im Regal

Jacobs Kaffee Börsengang kommt 2020 Reimanns wollen Reibach machen

Stand: 18.12.2019, 14:23 Uhr

Im Frühjahr wurde er noch als vage Möglichkeit bezeichnet, jetzt ist 2020 für einen der größten europäischen IPO der vergangenen Jahre gesetzt: Die Milliardärsfamilie Reimann will das Kaffee-Geschäft mit der Marke Jacobs an die Börse bringen.

Bis zu drei Milliarden Euro Volumen könnte der Börsengang haben. Die Familie Reimann, die als reichste Familie Deutschlands mit einem Gesamtvermögen von 35 Milliarden Euro gilt, plant den großen Wurf. Das Kaffeegeschäft rund um die Marken Jacobs und Douwe Egberts soll noch im kommenden Jahre an die Börse bringen. Die Reimann-Holding JAB hat dies am Dienstagabend bekannt gegeben und damit Medienberichte bestätigt.

Sieben Milliarden Euro mit Senseo und Tassimo

Peter Harf

Peter Harf. | Bildquelle: picture alliance / dpa

JAB-Chef Peter Harf hatte im Frühjahr noch von einer Zeitschiene der "nächsten zwei bis drei Jahre" für ein IPO berichtet. Laut der "Financial Times" soll der Stapellauf in Amsterdam stattfinden, der Heimat der niederländischen Marke Douwe Egberts. Zunächst aber plant die weltweit zweitgrößte Kaffeerösterei Jacobs Douwe Egberts (JDE) eine Fusion mit der US-Kaffeehauskette Peet’s Coffee. Auch Peet’s Coffee ist bereits Teil des Reimann-Imperiums. Das fusionierte Unternehmen soll dann unter dem Nahmen JDE Peet’s firmieren. Es erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von mehr als sieben Milliarden Euro kommen.

In 140 Ländern ist der vereinte Konzern dann präsent. Bekannt sind die beiden Unternehmen für die Marken "Tassimo", "Senseo" oder die "Pickwick"-Teebeutel. Chef des Konzern soll Peet’s-Vorstandschef Casey Keller werden.

Ausstiegschance für Investoren

Laut der Zeitung wollen eine Reihe von Investoren bei der Reimann Holding JAB Holding mit dem Börsengang selbst Kasse machen und aus dem Kaffeegeschäft aussteigen. In den vergangenen Jahren haben Großinvestoren wie Staatsfonds, Stiftungen und reiche Familien Milliarden Euro in den JAB-Fonds investiert. Dazu gehört auch der US-Konsumgüterriese Mondelez. Mondelez hatte Jacobs 2015 an die Reimann-Familie verkauft und hält 26 Prozent an JAB.

JAB will nach Medienberichten auch nach dem Börsengang größter Anteilseigner bei der Kaffeemarke bleiben, das bestätigte inzwischen auch ein Unternehmenssprecher. Die Familie Reimann hatte einst mit der Ludwigshafener Chemie-Größe Benckiser ihr Vermögen aufgebaut. In den vergangenen Jahren hatte sich die Familie mit ihren Investments aber stark in der Konsumgüterbranche engagiert.

AB