Banken

JPMorgan Chase Gebäude in New York

Kosten fast eine Milliarde Dollar Rechtsstreitigkeiten machen JPMorgan zu schaffen

Stand: 14.01.2015, 14:12 Uhr

Unter den amerikanischen Banken legt JPMorgan als erste Zahlen für das vierte Quartal vor. Die Rechtsstreitigkeiten kommen die Bank teuer zu stehen. Die Erwartungen kann das Geldinstitut daher nicht erfüllen. Die Aktie von JPMorgan gerät unter Druck.

Der Finanztitel fiel an der NYSE im vorbörslichen Handel um knapp zwei Prozent. Als Grund nannten Händler das enttäuschende Ergebnis. Analysten hatten für das vierte Quartal einen Gewinn von 1,32 Dollar je Aktie angesetzt, nach 1,30 Dollar im Vorjahr. Tatsächlich fiel er aber mit 1,19 Dollar deutlich niedriger aus.

Der Überschuss schrumpfte um 6,6 Prozent auf 4,93 Milliarden Dollar. Im Vergleichsquartal hatte JPMorgan noch 5,28 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Die Rechtsstreitigkeiten belasteten erneut. Wie die größte US-Bank bekannt gab, musste sie deshalb im vierten Quartal Belastungen in Höhe von knapp einer Milliarde Dollar, genauer 990 Millionen Dollar, verbuchen. Schon im Quartal davor hatten Ausgaben in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar negativ zu Buche geschlagen.

Vorbei die goldenen Zeiten des Investmentbankings?

Die Einnahmen der Bank gingen im vierten Quartal um knapp drei Prozent auf 22,51 Dollar zurück. Vor allem der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren schwächelte. Schon Mitte Dezember hatte die Finanzchefin Marianne Lake einen deutlichen Rückgang im Segment Investmentbanking angekündigt. Einen Großteil davon führte sie auf den Verkauf des Geschäfts mit physischen Rohstoffen sowie auf höhere Kapitalkosten zurück.

Außerdem hat die amerikanische Investmentbank regulatorische Vorgaben zu meistern. Die Notenbank Fed hat letzten Monat einen Plan vorgelegt. Demnach muss JPMorgan seine Kapitaldecke bis 2019 um 20 Milliarden Dollar aufstocken. Das Bankhaus könne diese Anforderungen erfüllen und seinen Aktionären zugleich eine hohe Rendite bieten, ließ JPMorgan-Chef Jamie Dimon verkünden.

Wells Fargo erfüllt die Markterwartungen

Im Gegensatz zu JPMorgan konnte die US-Bank Wells Fargo ihren Gewinn im vierten Quartal leicht steigern. Der Gewinn betrug 1,02 Dollar je Aktie nach 1,00 Dollar im Vorjahr. Damit erfüllte das Geldhaus genau die Markterwartungen. Der Überschuss belief sich auf 5,38 Milliarden Dollar, nach 5,37 Milliarden Dollar zuvor. Das war ein Rekord.

Die Einnahmen kletterten um 3,7 Prozent auf 21,4 Milliarden Dollar. Auch das war in etwa erwartet worden. An der Börse zeigte sich allerdings: Gut ist nicht immer gut genug. Die Aktie von Wells Fargo fiel um 1,2 Prozent. Morgen sind die Bank of America und Citigroup an der Reihe. Schließlich soll diese Woche auch Goldman Sachs noch Zahlen vorlegen.

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