Porsche Zentrale in Stuttgart-Zuffenhausen

Wegen Abgasskandal Razzien bei VW-Tochter Porsche

Stand: 18.04.2018, 13:29 Uhr

Im Abgasskandal durchsuchten Einsatzkräfte heute mehrere Objekte des Autobauers Porsche. Unter den Beschuldigten ist auch ein Mitglied des Vorstands.

Die Ermittlungen richteten sich gegen Mitarbeiter der Porsche AG wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung, teilte die Staatsanwaltschaft in Stuttgart mit. Es gehe um mögliche Manipulationen der Abgasreinigung von Dieselautos. Dabei durchsuchten rund 200 Einsatzkräfte zehn Objekte in Baden-Württemberg und Bayern nach beweiserheblichen Unterlagen.

Die Behörden sprechen von derzeit drei Beschuldigten, einer von ihnen sei Mitglied des Vorstands der Porsche AG, ein anderer Mitglied des höheren Managements. Der dritte Beschuldigte sei mittlerweile nicht mehr bei der Porsche AG beschäftigt. Es blieb offen, ob auch Firmenräume von Porsche durchsucht wurden. Die Porsche AG ist nicht zu verwechseln mit der VW-Mutter Porsche SE. Insidern zufolge handelt es sich dabei aber nicht um Vorstandschef Oliver Blume.

Auch Audi betroffen

Das Unternehmen erklärte, die Ermittler hätten Unterlagen gesichtet und gesichert. Porsche und Audi würden in vollem Umfang mit den Behörden kooperieren. Die VW-Tochter Audi liefert große Sechszylinder-Dieselmotoren auch an Porsche.

Bei dem Stuttgarter Sport- und Geländewagenbauer hatte es bereits zuvor Ermittlungen im Zusammenhang mit der Abgas-Affäre bei Volkswagen gegeben. Im Herbst 2016 hatte das Unternehmen einen freiwilligen Rückruf des Modells Macan begonnen, nachdem Zweifel an der Abgasreinigung laut geworden waren. Im Juli 2017 ordnete der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ein Zulassungsverbot für den Porsche-Geländewagen Cayenne mit 3,0-Liter-TDI-Antrieb an.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
144,42
Differenz relativ
+3,04%
Audi: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
720,00
Differenz relativ
+5,57%

BMW, Daimler, Bosch...

Damit wird nun neben Audi und Volkswagen auch Porsche in die Aufarbeitung des Dieselskandals hineingezogen. Durchsuchungen gab es in der Vergangenheit auch schon bei BMW und Daimler sowie dem Zulieferer Bosch. Den Autoherstellern wird vorgeworfen, illegale Abschalteinrichtungen der Abgasreinigungsanlage in Dieselautos eingebaut und falsche Werbung gemacht zu haben.

Porsche hatte in dem Zusammenhang bislang stets beteuert, betroffene Motoren von der VW-Tochter Audi bezogen zu haben.

lg/dpa