Razzia bei der Deutschen Bank
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Aktie auf Talfahrt Razzia bei der Deutschen Bank

Stand: 29.11.2018, 10:55 Uhr

Große Aufregung: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt durchsuchen die Deutsche Bank. Es geht um den Verdacht der Geldwäsche. Die Aktie gerät unter Druck.

Es ist ein Großaufgebot von etwa 170 Beamten der Staatsanwaltschaft, des Bundeskriminalamts, der Steuerfahndung und der Bundespolizei, das am Donnerstagmorgen die Geschäftsräume der Deutschen Bank durchsucht. Insgesamt geht es um sechs Objekte in Frankfurt, Eschborn und Groß-Umstadt. Laut der Staatsanwaltschaft Frankfurt wird wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt.

Die Vorwürfe

Konkret richten sich die Ermittlungen gegen zwei 50- bzw. 46-jährige Mitarbeiter sowie andere bislang nicht identifizierte Verantwortliche des Unternehmens. Das Bundeskriminalamt hat den Datenbestand der sogenannten "Offshore-Leaks" und "Panama Papers" ausgewertet. Dabei habe sich der Verdacht ergeben, dass die Deutsche Bank Kunden bei der Gründung von Offshore-Gesellschaften in Steuerparadiesen behilflich war und dabei Gelder aus Straftaten auf Konten der Deutsche Bank transferiert wurden, ohne dass die Bank Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattete.

Allein im Jahr 2016 sollen über 900 Kunden über eine zum Konzern gehörende Gesellschaft mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln betreut worden sein. Das von der Deutschen Bank betreute Geschäftsvolumen: 311 Millionen Euro. Die Deutsche Bank versprach, man werde mit den Behörden "vollumfassend kooperieren".

Wie gut ist die Bank bei der Geldwäsche-Prävention?

Bei der Deutschen Bank gab es schon mehrfach Razzien. 2015 beispielsweise wurden die Frankfurter Doppeltürme - die Zentrale der Deutschen Bank - wegen des Verdachts der Beteiligung an Steuertricksereien durchsucht. Vorwürfe, die Bank habe sich in puncto Geldwäsche- und Geldwäscheprävention nicht immer korrekt verhalten, sind nicht neu.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,33
Differenz relativ
+2,69%

Die Razzia zieht die Aktien der Deutschen Bank in die Tiefe. Der Kurs rutscht zeitweise um rund fünf Prozent ab und macht die Papiere damit zum größten Tagesverlierer im Dax. "Das bedeutet einen immensen Vertrauensverlust und kann sehr teuer werden für die Bank", sagte ein Aktienhändler.

bs