Raucher-Hochzeit

Eine Frau raucht eine Zigarette

BAT bietet für Reynolds 47 Milliarden Dollar Lucky Strike fliegt auf Camel

Stand: 21.10.2016, 12:08 Uhr

Ein Milliarden-Deal: Der britische Tabakkonzern BAT, der bekannt ist für Lucky Strike-Zigaretten, will den US-Rivalen Reynolds übernehmen, zu dessen Imperium Camel gehört. Das bringt die Aktienkurse ordentlich in Bewegung.

Dem Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) gehören bereits 42,2 Prozent am Camel-Hersteller Reynolds American. Jetzt wollen sich die Briten den Konkurrenten komplett einverleiben. BAT bietet für die restlichen 57,8 Prozent der Anteile 47 Milliarden Dollar, umgerechnet 43 Milliarden Euro. Rund 20 Milliarden Dollar davon will der Konzern in bar überweisen, die übrigen 27 Milliarden Dollar in Form von BAT-Aktien bezahlen.

BAT bietet den Reynolds-Aktionären 56,50 Dollar je Aktie. Das sind 20 Prozent mehr, als die Aktie gestern kostete. An der Börse löst das große Begeisterung aus. Reynolds-Aktie schießen 16 Prozent in die Höhe. BAT-Aktien legen rund drei Prozent zu.

Ein Riese entsteht

Der Zusammenschluss würde laut BAT den nach Umsatz und Gewinn größten börsennotierten Tabakkonzern der Welt entstehen lassen. Unter dem BAT-Dach sind unter anderem die Marken Lucky Strike, Dunhill und Kent vereint. Reynolds stellt neben Camel- auch Newport-Zigaretten her.

Der britische BAT-Konzern würde nach eigenen Angaben "eine Spitzenposition auf dem US-Tabakmarkt" bekommen. Er könnte auch seine Präsenz in Schwellenländern in Südamerika, Afrika, dem Nahen Osten und Asien verbessern. Die meisten internationalen Tabakkonzerne richten ihre Tätigkeit zunehmend auf diese Länder aus, um die nachlassende Nachfrage in Westeuropa auszugleichen.

Jetzt beginnen die Gespräche

BAT setzt außerdem auf bessere Geschäfte mit E-Zigaretten. Deren Verkaufszahlen sind in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen, und Reynolds hatte im vergangenen Jahr den Konkurrenten Lorillard übernommen, der auch E-Zigaretten produziert.

Formale Gespräche zwischen beiden Firmen über die mögliche Fusion gab es bisher nicht. Die US-Gesetze verpflichteten BAT, die Offerte zur Komplettübernahme sofort öffentlich zu machen, nachdem sie dem Reynolds-Management übermittelt worden war.

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bs