Dunkelblaue Lufthansafahnen mit weißem Kranich-Logo

Nicht mehr kreditwürdig? Ratingagentur sieht Lufthansa auf Ramschniveau

Stand: 21.05.2020, 07:27 Uhr

Die Ratingagentur S&P sieht in den Anleihen der von der Corona-Krise schwer getroffenen Lufthansa nur noch "Ramsch". Die Fluggesellschaft kann das Rettungspaket dringend gebrauchen.

Die US-Ratingagentur S&P stufte in einer Sektorbetrachtung die Bewertung der Kreditwürdigkeit der Lufthansa um eine Stufe auf BB+ und damit auf Ramsch-Niveau herab. Anleihen im "Ramsch"-Bereich sind nur noch für spekulativ eingestellte Investoren interessant. Bereits im März hatte sich S&P kritisch über die Lufthansa geäußert und eine Abstufung auf BBB- vorgenommen.

Für die Fluggesellschaft bedeutet das erhöhte Kreditkosten. Wer künftig in Anleihen der Lufthansa investiert, möchte sich das Pleiterisiko über einen erhöhten Zins bezahlen lassen.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
8,64
Differenz relativ
+7,49%

Globale Luftfahrtindustrie in der Krise

, so S&P. Die Agentur rechnet mit einem Rückgang des weltweiten Flugverkehrs in diesem Jahr um die Hälfte.

Rating-Tabelle

Rating-Tabelle. | Bildquelle: Börse Stuttgart

Auch andere Fluggesellschaften sind im Visier der Bonitätswächter. Die Kreditwürdigkeit von IAG wurde ebenfalls auf Ramschniveau heruntergestuft. Auch die Bewertung von Easyjet, und Ryanair wurde um eine Stufe gesenkt.

"Staatsbeteiligug zulasten der Aktionäre"

Das US-Analysehaus Bernstein Research hat Lufthansa-Aktien nach Bestätigung von fortgeschrittenen Gesprächen über eine Staatsbeteiligung auf "Outperform" mit einem Kursziel von 10 Euro belassen. Anleger dürften mit gemischten Gefühlen auf die Neuigkeiten reagieren, schrieb Analyst Daniel Roeska. Die Bundesregierung habe ihr Bekenntnis, die Airline in der Krise zu stützen, bekräftigt. Dies werde aber erheblich zu Lasten der Aktionäre gehen.

Goldman Sachs rät hingegen, die Aktie zu verkaufen. Zwar hingen ihre Schätzungen und die Bewertung letztendlich von den Bedingungen des möglichen Abkommens ab, doch ändere dies nichts an den Grundprobleme der Lufthansa, schrieb Analystin Venetia Baden-Powell. Dabei verwies sie auf die zunehmend schwache Bilanz und das wenig konkurrenzfähige Geschäftsmodell.

ts/dpa/rtr