Saudi-arabischer Energieminister Khalid al-Falih
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Dementi vom saudischen Energieminister Rätselraten um größten Börsengang aller Zeiten

Stand: 23.08.2018, 08:23 Uhr

Findet der Mega-Börsengang von Aramco doch noch statt? Nachdem gestern über eine Absage des größten IPOs der Geschichte spekuliert worden war, dementieren die Saudis nun. Die Regierung stehe weiter hinter den Plänen.

Saudi-Arabiens Energieminister Khalid al-Falih teilte am Donnerstag mit, Riad halte am Vorhaben fest, den staatlichen Ölkonzern Aramco an die Börse zu bringen. Die Regierung werde den richtigen Zeitpunkt wählen, betonte er. Wann dieser sein werde, ließ er offen.

IPO-Berater von ihren Aufgaben entbunden

Darf man dies glauben? Oder betreiben die Saudis nur eine Verzögerungstaktik? Am Donnerstagabend hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass der größte Börsengang aller Zeiten abgeblasen werde. Ein hochrangiger Banker sagte zu Reuters: "Wir haben die Botschaft bekommen, dass der Börsengang auf absehbare Zeit abgesagt ist."

Die Investmentbanker und andere Berater, die das Listing vorbereiten sollten, seien von ihren Aufgaben entbunden worden. "Die Entscheidung ist schon vor einiger Zeit gefallen, aber das darf niemand sagen", sagte ein saudi-arabischer Insider.

Streit um die Bewertung von Aramco

Angeblich soll es Streit um die Bewertung von Aramco und den zweiten Börsenplatz gegeben haben. Die Platzierung eines Fünf-Prozent-Anteils an Aramco hätte nach den Vorstellungen von Kronprinz Mohammed bin Salman bis zu 100 Milliarden Dollar einbringen sollen. Doch unter den potenziellen Anlegern seien zuletzt Zweifel aufgekommen, ob der Öl-Riese wirklich zwei Billionen Dollar wert sei. Zudem herrschte Uneinigkeit, wo neben Riad ein weiteres Listing von Aramco stattfinden soll. Mehrere ausländische Börsen - unter anderem London, New York und Hongkong - hatten um die Rolle als zweiter Börsenplatz gebuhlt.

Greift nun der Plan B?

Laut dem Bericht von Reuters könnte es nun einen Plan B geben: Demnach soll Aramco dem Staatsfonds PIF (Public Investment Fund) ein großes Anteilspaket am Petrochemie-Konzern Saudi Basic Industries Corp (Sabic) abkaufen und dem Staat damit Geld in die Kasse spülen. Kronprinz Mohammed hatte die Börsenpläne 2016 vorgestellt. Er wollte mit dem Mega-Erlös den angestrebten Umbau der saudi-arabischen Wirtschaft finanzieren und damit die Abhängigkeit des Landes vom Öl reduzieren.

Weder von Aramco noch von Kronprinz bin Salman gab es Äußerungen zu den Gerüchten um eine Absage des Börsengangs. Saudi Aramco reagierte zunächst nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme. Der Königliche Hof wollte sich ebenfalls nicht zu den Spekulationen äußern.

nb