Qiagen-Zentrale in Hilden

Thermo Fisher greift zu Qiagen vor der Übernahme

Stand: 03.03.2020, 08:38 Uhr

Der Biotech-Konzern gehört bald wohl zum US-Technologiekonzern Thermo Fisher Scientific. Am Dienstagmorgen hat Qiagen bereits die Zustimmung zu einem Übernahmeangebot gemeldet. Für Aktionäre gibt es einen heftigen Aufschlag.

Thermo Fisher bietet den Aktionären des Gendiagnostik- und Biotechkonzerns 39 Euro je Aktie. Damit liegt die Offerte gut 20 Prozent über dem Schlusskurs vom Montag. Inklusive Schulden wird Qiagen damit mit 10,4 Milliarden Euro bewertet. Voraussetzung für einen Erfolg der Offerte ist das Erreichen einer Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent des Grundkapitals.

Langer Anlauf vor dem Angebot

Bereits Ende 2019 hatte Qiagen mehrere Interessenbekundungen erhalten, einem Verkauf dann aber einen Riegel vorgeschoben. Der zuvor im Sog der Übernahmefantasie bis auf rund 39 Euro stark gestiegene Kurs war daraufhin eingebrochen. Die jetzige Offerte wird laut Mitteilung von Vorstand und Aufsichtsrat nun aber unterstützt. Der Angebotspreis beinhaltet eine Prämie von rund 23 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Qiagen-Aktien vom Montag.

Zuletzt waren zwar wieder Spekulationen über einen Verkauf Qiagens an einen anderen Konzern aufgekommen, die eine Kurserholung angetrieben hatten. Am Montag zum Börsenschluss hatte der Titel mit 31,80 Euro gekostet. Anleger dürfen sich heute also über einen kräftigen Kurssprung freuen.

Geschäft kommt gerade wieder in Schwung

Qiagen ist in der Entwicklung und Herstellung von Technologien und Produkten für die präanalytische Probenvorbereitung und molekularbiologischen Tests für die Forschung tätig. Dort ist man spezialisiert auf Testverfahren in der molekularen Diagnostik.

Das abgelaufene Geschäftsjahr lief trotz Problemen in China besser als gedacht. Im Februar hatte Qiagen einen Umsatzzuwachs von zwei Prozent und einen Verlust von fast 42 Millionen US-Dollar erzielt. Das war allerdings besser als von Analysten erwartet. Für das Jahr 2020 hatte sich das Management eine Umsatzsteigerung von währungsbereinigt drei bis vier Prozent vorgenommen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll bei 1,52 bis 1,54 Dollar liegen.

AB