Qiagen-Zentrale in Hilden

Aktie knickt ein Qiagen sagt Übernahme ab

Stand: 27.12.2019, 09:33 Uhr

Das Biotech-Unternehmen Qiagen will nun doch eigenständig bleiben. Die Interessenten konnten das Management offenbar nicht überzeugen. Angesichts der neuen Entwicklung brechen die Aktien ein.

Gespräche mit möglichen Übernahme-Interessenten würden beendet, da die verschiedenen Alternativen nicht überzeugend gewesen seien, teilte das im MDax notierte Unternehmen unlängst mit. Vorstand und Aufsichtsrat hätten nach ergebnislosen Gesprächen beschlossen, dass der Konzern mit seinen 5.200 Mitarbeitern doch eigenständig bleiben solle.

Qiuagen-Chef Dr. Håkan Björklund

Dr. Håkan Björklund. | Bildquelle: Qiagen

Aufsichtsratschef Hakan Björklund betonte, dass das Unternehmen auch aus eigener Kraft bestehen könne. "Wir haben ein starkes und differenziertes Portfolio an molekularen Testlösungen, das die Möglichkeit für signifikantes Wachstum bietet." Das Management werde sich nun auf seine eigenständige Strategie fokussieren.

Aktie auf Talfahrt

Das hat Folgen für die Aktie, die heute zeitweise um mehr als 20 Prozent einbricht. Aktuell kosten Qiagen weniger als 30 Euro. Qiagen hatte nach mehreren Prognose-Verfehlungen vor einigen Wochen erklärt, verschiedene Offerten für einen Verkauf zu prüfen. Auch ein Übernahmekampf wurde nicht ausgeschlossen. Seit Beginn der Spekulationen auf einen Übernahme-Poker hatten sich die Papiere um rund 30 Prozent verteuert, an der Börse war Qiagen zuletzt 8,4 Milliarden Euro wert. Die Titel näherten sich bereits der Marke von 40 Euro und lagen damit auf dem höchsten Stand seit 2001.

Als möglicher Käufer kam der US-Technologiekonzern Thermo Fisher Scientific in Betracht. Dessen Aktienkurs zeigte sich am Donnerstag unbewegt.

Unruhige Zeiten für das Biotechnologieunternehmen

Peer Schatz

Peer Schatz. | Bildquelle: Qiagen

Qiagen befindet sich seit einiger Zeit in schwierigem Fahrwasser. Das auf Tests zum Nachweis von Krankheiten sowie Laborgeräte spezialisierte Unternehmen verfehlte 2019 mehrmals seine Prognosen. Zudem hatte der langjährige Vorstandschef Peer Schatz Anfang Oktober überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Mit der Ankündigung hatte Qiagen auch einen Strategiewechsel und eine Umstellung seines Produktionsnetzwerks angekündigt, die laut Qiagen aber hohe Restrukturierungskosten zur Folge haben.

tb/rtr