Peer Schatz
Audio

Nach 15 Jahren im Amt Qiagen: Langzeit-Chef wirft hin

Stand: 08.10.2019, 08:32 Uhr

Unruhige Zeiten für das Biotechnologieunternehmen: Nicht nur die Umsatzprognose für das dritte Quartal wurde gesenkt, auch der Chef geht. Die Anleger sind wenig erfreut.

 Thierry Bernard

Thierry Bernard. | Bildquelle: Qiagen

Am Montagabend teilte das im MDax gelistete Unternehmen mit, dass Vorstandschef Peer Schatz den Konzern informiert habe, dass er als Vorstandschef und Vorsitzender der Geschäftsleitung zurücktrete. Der 54-jährige Manager war seit 1993 im Unternehmen und seit 2004 Vorstandschef von Qiagen. Neuer Interimschef wird Thierry Bernard, der bisher für das Geschäftsfeld Molekulardiagnostik zuständig war. Der Aufsichtsrat beginnt jetzt die Suche nach einem ständigen Vorstandschef.

Wachstum geringer als erwartet

Für das dritte Quartal sei derzeit ein Nettoumsatzwachstum von etwa drei Prozent bei konstanten Wechselkursen zu erwarten, teilte das im MDax gelistete Unternehmen mit. Bislang sei ein Plus von etwa vier bis fünf Prozent vorhergesagt worden. Grund sei ein schwächer als erwartetes Wachstum in China. Das bereinigte Ergebnis solle indes innerhalb der Prognose von 0,35 bis 0,36 Dollar liegen.

Restrukturierungskosten drücken Stimmung

Das Biotechnologieunternehmen rechnet zudem mit Umbaukosten von circa 250 bis 265 Millionen US-Dollar, die überwiegend im dritten Quartal anfallen sollen. Davon seien 195 bis 200 Millionen nicht zahlungswirksam. Hintergrund ist die strategische Partnerschaft mit Illumina.

Anleger wenig erfreut

Im außerbörslichen Handel bei Lang & Schwarz sackte der Aktienkurs von Qiagen in einer ersten Reaktion um gut zehn Prozent auf 26,50 Euro ab. Analyst Tycho Peterson von JPMorgan sprach in einer ersten Reaktion von einem enttäuschenden Ausblick für das dritte Quartal. Das geringere Wachstum und der Rücktritt ließen mehr Unsicherheit aufkommen. Der Experte stufte die Aktien von "Neutral" auf "Underweight" ab.

ms/dpa-AFX/rtr