Puma-Logo am Sitz des Unternehmens in Herzogenaurach
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Hauptaktionär verkauft Anteile Puma vor dem Sprung in den MDax

Stand: 12.01.2018, 09:06 Uhr

Der Pariser Luxuskonzern Kering von François-Henri Pinault kehrt Puma den Rücken. Damit befindet sich bald die Mehrheit der Aktien des fränkischen Sportartikelherstellers in Streubesitz. Eine neue Chance für das Unternehmen.

Das für Marken wie "Gucci", "Yves Saint Laurent" und "Brioni" bekannte Unternehmen Kering will sich ganz auf das Luxussegment mit Schmuck, Uhren, Mode und Lederwaren konzentrieren und die Sport-Sparte aufgeben. 70 Prozent an Puma sollen deshalb an die Kering-Aktionäre verteilt werden.

Die Holding des Unternehmensgründers François-Henri Pinault, Artémis, wird dadurch mit rund 29 Prozent größter Aktionär der Nummer drei auf dem weltweiten Sportartikelmarkt, Kering selbst behält nur 16 Prozent. Die Kering-Aktionäre sollen bei der Hauptversammlung am 26. April über den Vorschlag abstimmen.

Baldige Rückkehr in den MDax?

An der Börse kann das Unternehmen aus Herzogenaurach damit wieder eine größere Rolle spielen. Experten rechnen mit der Rückkehr in den MDax. Künftig sind 55 Prozent der Aktien breit gestreut, bisher waren es nur 14 Prozent. Deswegen war Puma in den SDax abgestiegen, obwohl das Unternehmen einen Börsenwert von 5,3 Milliarden Euro hat.

Kering CEO François-Henri Pinault

François-Henri Pinault, CEO, Kering. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Puma-Chef Björn Gulden begrüßte die Entscheidung von Kering. Eine Erhöhung des Streubesitzes biete Anlegern verbesserte Investionsmöglichkeiten. "Das ist das Beste, was uns hätte passieren können", hieß es in Unternehmenskreisen. Zuletzt war auch über einen Verkauf von Puma etwa nach China spekuliert worden. "Kering und Artémis werden starke Partner von Puma bleiben", betonte Gulden.

Aktienkurs auf höchstem Stand seit zehn Jahren

Kering war vor gut zehn Jahren bei Puma eingestiegen. Damals hatte sich das fränkische Traditionsunternehmen angesichts der übermächtigen Konkurrenz von Adidas und Nike stark als Mode- und Lifestyle-Marke positioniert. Die Hoffnung auf Synergieeffekte mit Gucci oder Saint Laurent hatte sich aber nie erfüllt.

Dass Pinault erst jetzt seine Anteile an Puma verringert, erklären Experten vor allem mit dem im letzten Jahr kräftig gestiegenen Aktienkurs. Der hatte erst im Frühjahr wieder das Niveau von 2007 erreicht, das Jahr in dem die Franzosen bei den Franken eingestiegen waren. Im November hatte Puma bei 391,40 Euro sogar den höchsten Stand seiner Geschichte erklommen.

Langfristig positiv

Kein Wunder, hatte Puma doch im vergangenen Jahr dreimal seine Umsatz- und Gewinnprognosen angehoben. Der Umsatz sollte 2017 um bis zu 16 Prozent auf mehr als vier Milliarden Euro steigen, das operative Ergebnis auf 235 bis 245 Millionen Euro - fast doppelt so viel wie 2016. Genaue Zahlen will Puma am 12. Februar nennen.

Für die Aktien von Puma ging es am Abend um 4,38 Prozent bergab. Im Xetra-Handel stürzt die Aktie am Morgen um bis zu 14 Prozent auf bis zu 290 Euro ab. Da viele Investoren auf einen Ausstieg der Franzosen gewartet hätten, sei die Fantasie bei Puma nun raus, begründete ein Händler den Kurseinbruch. Die Berenberg-Bank rechnet kurzfristig mit einer unterdurchschnittlichen Kursentwicklung. Langfristig sei es aber positiv, dass der Streubesitz steige und die Familie Pinault strategisch engagiert bleibe.

lg