Puma-Filiale im Sanlitun Village im Pekinger Stadtteil Chaoyang

Aktie auf Kurs gen Allzeithoch Puma und China: Szenen einer Hassliebe

Stand: 24.04.2018, 09:55 Uhr

Die starke Abhängigkeit von China ist für den Sportartikelhersteller zurzeit ein Segen – könnte sich aber ganz schnell zum Fluch entwickeln.

Der Finanzbericht zum ersten Quartal 2018, den Puma heute Morgen vorgelegt hat, spricht eine deutliche Sprache: Ohne die Kunden in China wäre der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach nicht da, wo er heute steht.

Wachablösung

Stärkste Wachstumsregion ist nämlich die Region Asien/Pazifik. Angetrieben von China, erreichte diese in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres ein starkes währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 34,8 Prozent.

Zum Vergleich: Vor einem Jahr sah die Puma-Welt noch anders aus. Im ersten Quartal 2017 wuchs die Region Asien/Pazifik währungsbereinigt nur um 12,4 Prozent. Größter Wachstumstreiber war damals noch Amerika mit plus 17,0 Prozent.

Gewinnsprung

Insgesamt kletterten die Erlöse im ersten Quartal um 12,5 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro. Ohne den bremsenden Einfluss des starken Euro hätte das Plus sogar bei über 20 Prozent gelegen.

Unterm Strich schnellte der Gewinn um knapp 36 Prozent auf 67,4 Millionen Euro, wie das im Kleinwerteindex SDax gelistete Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Risikofaktor China

Doch der Quartalsbericht zeigt auch, wie fragil dieses Umsatz- und Gewinnwachstum ist. Vorstandschef Björn Gulden spricht von einem "unsicheren Geschäftsumfeld, bedingt durch volatile Wechselkurse und ein schwieriges Handelsumfeld".

In der Pressemitteilung ist zudem von "politischen Instabilitäten" und "unsicheren Handelsbeziehungen zwischen den USA und China" die Rede.

Björn Gulden, CEO der PUMA SE

Puma-CEO Björn Gulden. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Aktie vor Kaufsignal

Vor diesem Hintergrund hat Puma seine Prognose für das Gesamtjahr 2018, wie bereits bekannt, denn auch nur leicht nach oben angepasst. Ohne die China-Unsicherheiten wäre da sicherlich mehr drin gewesen – auch für die Anleger.

Doch die können angesichts der jüngsten Performance der Aktie durchaus zufrieden sein. Zu Handelsauftakt auf Xetra ist die Puma-Aktie mit einem Plus von bis zu 1,6 Prozent auf 424,50 Euro zunächst der größte SDax-Gewinner.

Sie nähert sich damit ihrem erst im April markierten Allzeithoch von 437,00 Euro. Ein Anstieg darüber käme einem frischen technischen Kaufsignal gleich.

ag

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