Puma-Unternehmenszentrale in Herzogenaurach
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Angst vor Bremsspuren durch den Handelsstreit Puma-Aktie fällt trotz Prognoseanhebung

Stand: 24.10.2019, 11:44 Uhr

Der Sportartikelhersteller freut sich über das beste Quartal seiner Geschichte. Die Umsatzprognose für das laufende Jahr wurde erneut angehoben. Allerdings dürfte Puma im Schlussquartal den Handelsstreit spüren. Das beunruhigt die Anleger.

Die Aktie rutscht um 2,9 Prozent ab und ist einer der größten MDax-Verlierer. Mitte Oktober hatte der Titel mit 73,90 Euro noch ein Rekordhoch erreicht. Auf Ein-Jahres-Sicht ist der Kurs des Sportartiklers um fast 70 Prozent nach oben geklettert.

US-Zölle könnten Ergebnis beeinträchtigen

Anleger befürchten, dass die gute Gewinnentwicklung nun gebremst werde. Puma werde zum Ende des Jahres erstmals die US-Zölle für Importe aus China zu spüren bekommen, sagte Vorstandschef Björn Gulden. "Ohne Preiserhöhungen wird das Ebit dadurch - zumindest kurzfristig - beeinträchtigt werden."

Puma: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
50,16
Differenz relativ
+5,18%

Trotz des Handelsstreits zwischen den USA und China schraubt der Herzogenauracher Sportartikel-Ausrüster seine Umsatzprognose erneut nach oben. Der Umsatz soll in diesem Jahr - bereinigt um Währungseffekte - um rund 15 Prozent zulegen, kündigte Puma an. Bisher hatte der kleinere Adidas-Rivale mit einem Plus von 13 Prozent gerechnet. Das operative Ergebnis (Ebit) soll zwischen 420 und 430 Millionen Euro liegen. Bisher lag die Spanne bei 410 bis 430 Millionen Euro.

Nach neun Monaten über dem Soll

Nach neun Monaten liegt Puma beim Umsatz mit 4,02 Milliarden Euro währungsbereinigt bereits um 16 Prozent über Vorjahr. Das Ebit kletterte gar um 28 Prozent auf 385 Millionen Euro. Im dritten Quartal stiegen die Erlöse um 19 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Das Ebit zog um knapp ein Viertel auf rund 162 Millionen Euro an. Unterm Strich verdienten die Herzogenauracher 100,5 Millionen Euro – fast 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

"Das dritte Quartal endete als das beste Quartal, das Puma je verzeichnet hat", erklärte Puma-Chef Gulden. Asien - vor allem China - und die USA blieben die Wachstumstreiber, doch auch in Europa und angrenzenden Regionen zogen die Umsätze von Juli bis September um fast zehn Prozent an.

Analysten haben wenig auszusetzen

An den Resultaten für das dritte Quartal sei wenig auszusetzen, schrieb Mark Josefson vom Analysehaus Pareto Securities. Der Umsatz habe klar positiv überrascht, während das operative Ergebnis (Ebit) den Konsensschätzungen entspreche. Dass sich ab dem vierten Quartal US-Strafzölle auf Importe aus China bemerkbar machen sollten, habe zwar nicht ausgereicht, um Puma zu einer Senkung seiner Jahresziele zu bewegen, betonte Josefson mit Blick auf den sogar moderat nach oben konkretisierten Ausblick. Der Aufwärtstrend bei den Gewinnen sei aber gestoppt.

nb