Puma-Unternehmenszentrale in Herzogenaurach
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Aktien rutschen ab Puma springt nicht hoch genug

Stand: 14.02.2019, 11:29 Uhr

Die Marke mit der Raubkatze gewinnt in Asien immer mehr an Beliebtheit. Dank kräftiger Zuwächse in der Region hat Puma 2018 erneut den Umsatz zweistellig gesteigert - und rückt näher an die Platzhirsche Adidas und Nike heran. Doch Experten hatten noch mehr erwartet.

In der Fußball-Bundesliga gibt Puma mit Borussia Dortmund derzeit den Ton an. Und auch im internationalen Sportartikel-Geschäft rennt der Konzern aus Herzogenaurach voran. Puma wächst stärker als die großen Rivalen Nike und Adidas.

Puma: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
556,50
Differenz relativ
+1,92%

Im vergangenen Jahr steigerte die Nummer drei der Branche die Erlöse währungsbereinigt um knapp 18 Prozent auf 4,65 Milliarden Euro und übertraf damit die eigenen Erwartungen. 2018 hatte Puma mehrmals die Prognose angehoben. Größter Umsatztreiber war in Asien. Dort wuchs die Marke mit der Raubkatze währungsbereinigt mit fast 29 Prozent am stärksten. In Amerika legten die Umsätze ohne Wechselkurseffekte um 17 Prozent zu. Europa und Afrika hinkten mit elf Prozent etwas hinterher. Puma trotzt der Branchenflaute. Der deutsche Sportartikel-Handel war im vergangenen Jahr kaum gewachsen.

Gewinn über den eigenen Prognosen

Der Gewinnsprung fiel noch kräftiger aus. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte um 38 Prozent auf 337 Millionen Euro und lag ebenfalls über den eigenen Puma-Prognosen. Analysten hatten freilich etwas mehr erwartet.

Besonders mit Sportbekleidung (plus 22 Prozent) konnten die Franken punkten. Das Produktsegment Schuhe wuchs zwar auch um 17 Prozent, fand aber nicht ganz so viel Anklang. Der Sneaker-Boom flache etwas ab, hatte kürzlich Puma-Chef Björn Gulden gesagt.

Die Aktionäre sollen für das abgelaufene Jahr eine Dividende von 3,50 Euro erhalten, das sind 28 Prozent des Nettogewinns von 187 Millionen Euro. Für 2017 hatte Puma dem französischen Großaktionär Kering den Rückzug mit einer Ausschüttung von 12,50 Euro je Aktie versüßt.

Zweistelliges Wachstum auch 2019?

Der Aufwärtstrend soll auch im laufenden Jahr weitergehen. "Wir gehen davon aus, dass unser Umsatz währungsbereinigt rund zehn Prozent wachsen wird", sagte Puma-Chef Gulden. "Das operative Ergebnis erwarten wir in einer Bandbreite zwischen 395 und 415 Millionen Euro." Auch der Nettogewinn soll sich "deutlich verbessern". Bis 2021 oder 2022 peilt Puma eine operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von zehn Prozent an. 2018 waren es 7,25 Prozent. Der Umsatz soll sich pro Jahr um rund zehn Prozent erhöhen, von Währungseffekten abgesehen.

Die Anleger reagieren wenig begeistert auf die Puma-Bilanz und den Ausblick. Die Aktie des Sportartikelherstellers aus Herzogenaurach rutscht um über acht Prozent ab und ist Schlusslicht im MDax. Auf Ein-Jahres-Sicht hat der Titel gut 44 Prozent zugelegt.

nb