Puma-Schriftzug auf einem Schuh
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"Bestes Quartal der Geschichte" Puma läuft zur Bestform auf

Stand: 26.04.2019, 15:18 Uhr

Abkühlung der Konjunktur in China? Davon spürt Puma nichts. Im Gegenteil. Nirgendwo wächst der Sportartikelhersteller so rasant wie in China. Dank der florierenden Geschäfte im Reich der Mitte schaffte Puma ein Rekordquartal.

Produkte der Marke mit der Raubkatze werden immer beliebter. In den ersten drei Monaten des Jahres setzte Puma 1,32 Milliarden Euro mit seinen Sportschuhen und anderen -artikeln um. Das ist 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte ebenfalls zweistellig um elf Prozent auf den Rekordwert von 143 Millionen Euro.

Angesichts solcher Zuwachsraten geriet Vorstandschef Björn Gulden regelrecht ins Schwärmen. "Das erste Quartal war das beste in der Geschichte von Puma", sagte er am Freitag in Herzogenaurach.

Handelsstreit hilft Puma

Puma: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
556,00
Differenz relativ
+1,83%

Anders als der große Rivale Adidas kam Puma besser mit Engpässen in der Produktion in Asien zurecht. Das Unternehmen konnte die Lagerbestände rechtzeitig um 19 Prozent erhöhen, da die Zulieferer in Asien mit der Produktion von Textilien derzeit kaum hinterherkommen. Die Verwerfungen in China angesichts des Handelsstreits mit den USA hätten Puma sogar genutzt, meinte Puma-Chef Gulden. Durch die Verlagerung der Produktion aus China in andere Länder seien dort Kapazitäten frei geworden, um den Bedarf im Land selbst zu decken. Gulden: "Wir hatten ein bisschen Glück. Jetzt sind wir dort schneller." Adidas hatte vor kurzem über mangelnden Textilien-Nachschub für die USA geklagt.

China ist für Puma inzwischen zum großen Wachstumsmotor geworden. "Wir wachsen dort derzeit um 40 bis 50 Prozent, je nach Währung", freut sich Vorstandschef Gulden. Das Reich der Mitte sei auch der profitabelste Markt. Die Preise im Handel seien dort am höchsten, zudem halte sich der Aufwand in Grenzen, weil das Geschäft auf wenige große Händler konzentriert sei, erklärte Gulden.

Offensive im Basketball und Fußball

Auch in Amerika wächst Puma zweistellig - wenn auch nicht ganz so stark wie in China. Um seine Position in Nordamerika zu stärken, ist der Herzogenauracher Sportartikler kürzlich in den Basketballsport zurückgekehrt. In diesem Jahr will Puma zwei neue Basketball-Schuhe auf den Markt bringen.

 Borussia Dortmund ist Werbepartner von Puma. Hier der Spieler Marco Reus

Puma-Werbepartner BVB. | Bildquelle: Unternehmen

Auch im Fußball-Geschäft mischt Puma zunehmend mit. Zwei große Verträge sorgten jüngst für Aufsehen. So werden die Herzogenauracher Ausrüster des derzeitigen Premier-League-Spitzenreiters Manchester City. Ab der kommenden Saison liefern sie auch den Ball und andere Produkte für die Spiele der obersten Ligen in Spanien. In der deutschen Bundesliga rüstet Puma unter anderem Titel-Anwärter Borussia Dortmund aus.

"Wir haben noch Luft nach oben"

Trotz des Rekordquartals hebt Puma vorerst die Jahresziele (noch) nicht an. Für eine Erhöhung der Prognose sei es zu früh, betonte Gulden. "Natürlich haben wir noch Luft nach oben, aber wir bleiben vorsichtig." Die Unsicherheiten, etwa durch die Konjunktur und den Brexit, blieben bestehen. Puma hat sich für 2019 ein währungsbereinigtes Umsatzplus von zehn Prozent vorgenommen. Das Ebit soll zwischen 395 Millionen und 415 Millionen Euro landen. Das wären bis zu 23 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Die starken Quartalszahlen treiben die Puma-Aktie zum Wochenschluss an. Der MDax-Titel steigt um rund 1,5 Prozent auf 537 Euro. In wenigen Wochen – voraussichtlich Mitte Juni - sollen die Aktien optisch billiger werden. Auf der Hauptversammlung stimmten die Aktionäre für einen Aktiensplit im Verhältnis 1:10.

nb

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Diesen Selbstbinder trug die Filmfigur Marty McFly im Film "Zurück in die Zukunft II". Natürlich war er nur eine Requisite. 2011 erschien eine limitierte Edition des Schuhs.