Puma-Filiale im Sanlitun Village im Pekinger Stadtteil Chaoyang

Zweistelliges Wachstum auch 2020 Puma ist nicht zu stoppen

Stand: 19.02.2020, 12:00 Uhr

Schuhe, T-Shirts oder Jacken der Marke mit der springenden Raubkatze sind derzeit angesagt. Vor allem in China, Indien und Amerika wächst Puma rasant. Selbst das Coronavirus dürfte den drittgrößten Sportartikler der Welt kaum bremsen.

Im laufenden ersten Quartal seien zwar negative Auswirkungen auf Umsatz und operatives Ergebnis zu erwarten, räumten die Puma-Manager am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Herzogenaurach ein. Zurzeit seien mehr als die Hälfte der Läden in China geschlossen, zudem reisten deutlich weniger chinesische Touristen in andere Länder Asiens. "Aber wir arbeiten derzeit unter der Annahme, dass sich die Situation kurzfristig normalisieren wird und wir dann unsere Ziele für das Jahr 2020 erreichen können", erklärte der Puma-Vorstand.

"Sportjahr" bringt neuen Umsatz- und Gewinnschub

Der Konzern peilt für 2020 einen Umsatzanstieg um zehn Prozent und ein Ebit zwischen 500 und 520 Millionen Euro. Das wäre ein Plus von 14 bis 18 Prozent. Auch der Nettogewinn soll sich deutlich verbessern. Puma erhofft sich vom "Supersportjahr" neuen Schub. Im Sommer finden die Fußball-EM in mehreren europäischen Ländern und später die Olympischen Sommerspiele in Japan statt.

Im abgelaufenen Jahr wuchs der Umsatz - bereinigt um Wechselkurseffekte - um 17 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Puma selbst hatte nur nur mit einem Plus von 15 Prozent gerechnet. Das Ebit lag mit 440 Millionen Euro ebenfalls über der zuletzt auf 420 bis 430 Millionen angehobenen Prognose und damit um mehr als 30 Prozent über Vorjahr. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 262 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Dividende soll deshalb um 15 Cent auf 50 Cent je Aktie angehoben werden.

Asien stärkster Wachstumstreiber

Vorstandschef Björn Gulden sprach vom "besten Jahr unserer Firmengeschichte". China und Indien waren 2019 erneut die Treiber des Wachstums. In der Region Asien/Pazifik schnellten die Umsätze um 26 Prozent nach oben. Dort erwirtschaftet Puma inzwischen 28 Prozent des weltweiten Umsatzes. In Amerika stieg der Umsatz um 21 Prozent. In Europa knackte Puma mit einem Plus von elf Prozent erstmals die Marke von zwei Milliarden Euro Umsatz.

Die Zuversicht von Puma strahlt auch auf die Börse über. Die Aktien des Sportartikelherstellers springen um gut acht Prozent nach oben und verpassten das Ende Januar erreichte Rekordhoch von 79 Euro nur knapp. Auf Einjahres-Sicht haben die MDax-Titel gut 47 Prozent zugelegt. Ähnlich stark legten die Aktien von Adidas zu.

Vorsichtigerer Ausblick von Adidas

Adidas zeigte sich am Mittwoch deutlich zurückhaltender. Die Folgen des Coronavirus auf das Geschäftsjahr ließen sich noch nicht abschätzen, teilte der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller mit. In den vergangenen Wochen habe das Virus das Geschäft von Adidas in China fast zum Erliegen gebracht.  Die Aktien von Adidas stiegen am Mittwochmittag um zwei Prozent - im Sog des Kurssprungs von Puma.

nb