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PSA/Opel: Problemtochter macht überraschend Gewinn

Stand: 24.07.2018, 10:43 Uhr

PSA landet eine faustdicke Überraschung: Mit einen deutlich höher als erwarteten Umsatz versetzt der französische Autobauer Analysten und Anleger in Verzückung. Und auch die neue Tochter Opel überrascht mit etwas Ungewohntem: Gewinn!

Dass der französische Autokonzern PSA seine Geschäftszahlen deutlich steigern würde war klar, schließlich war das erste Halbjahr 2018 das erste, bei dem die neuen Töchter Opel und Vauxhall im Vergleich zum Vorjahr komplett eingerechnet werden konnten. Mit den Marken Citroën, DS, Opel, Peugeot und Vauxhall ist PSA gemessen an den Absatzzahlen der zweitgrößte Autobauer Europas – nach VW.

Mit einem Umsatzplus von 40 Prozent auf fast 39 Milliarden Euro lag das Plus aber am Ende aber noch höher als erwartet. Der Gewinn erreichte mit rund eineinhalb Milliarden Euro einen Rekord. Die beste Nachricht für Konzernchef Carlos Tavares dürfte  aber wohl sein, dass Opel im ersten Halbjahr zu diesem Gewinn beitragen konnte.

Erster Gewinn nach sieben Jahren

Erstmals nach vielen Jahren mit hohen Verlusten schrieb der deutsche Autobauer wieder schwarze Zahlen. Die guten Resultate die die Teams von Opel und Vauxhall zu erzielen begonnen hätten, würden das ganze Potential der neuen Opel Vauxhall zeigen, ließ sich Tavares zitieren.

Opel macht 500 Millionen Euro Gewinn

PSA hatte im ersten Halbjahr fast 2,2 Millionen Autos und damit 38,1 Prozent mehr verkauft, vor allem weil knapp 572.000 Autos von Opel und seiner Schwestermarke Vauxhall dazugekommen waren. Bei Opel und Vauxhall habe die bereinigte Marge bei 5 Prozent gelegen, hieß es. Demnach machte Opel um Sondereffekte bereinigt gut 500 Millionen Euro Gewinn.

Der französische Autobauer PSA hat im ersten Halbjahr die Profitabilität deutlich steigern können. Die um Sondereffekte bereinigte operative Gewinnmarge kletterte im Vorjahresvergleich von 7,4 auf 7,8 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag in Rueil-Malmaison bei Paris mitteilte. Trotz starken Gegenwinds mache der Konzern weiter Fortschritte bei Effizienz und Stückzahlen, sagte PSA-Chef Carlos Tavares.

Umsatz-Sprung um 40 Prozent

Der Umsatz sprang dank der Opel-Übernahme im vergangenen August um 40,1 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro, der operative Gewinn stieg noch stärker um fast die Hälfte auf 3 Milliarden Euro. Unter dem Strich fiel der Gewinnzuwachs mit 18 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro etwas geringer aus.

Für das Entwicklungszentrum von Opel werden nach früheren Angaben mehrere Optionen geprüft, darunter sind strategische Partnerschaften mit anderen Unternehmen. Opel war im vergangenen August von PSA übernommen worden.

Die Aktien des französischen Autobauers PSA sind am Dienstag nach Geschäftszahlen um 9,64 Prozent auf 22,40 Euro nach oben geschossen. Sie führten mit weitem Abstand die Gewinnerliste im Cac-40-Index an und waren so teuer wie seit rund sieben Jahren nicht mehr. Die Halbjahreszahlen seien schlicht gigantisch, lobte Max Warburton vom US-Analysehaus Bernstein Research.

Diese beflügelten auch den europäischen Sektor: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 stieg um 1,81 Prozent. Für die Papiere des französischen Konkurrenten Renault ging es um 1,30 Prozent hoch.

Im Dax zählten die Anteilsscheine der Konkurrenten Volkswagen, BMW und Daimler mit Kursaufschlägen zwischen anderthalb und knapp 3 Prozent zu den Favoriten der Anleger - bei den Wolfsburgern sorgte zudem der bisherige BMW-Vorstand Markus Duesmann als neues Mitglied des Konzernvorstands für Aufmerksamkeit.

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