PSA und Fiat Chrysler-Logos

Das ging aber schnell PSA und Fiat Chrysler fusionieren

Stand: 31.10.2019, 08:20 Uhr

Der französische Opel-Mutterkonzern PSA und der italienisch-amerikanische Automobilhersteller Fiat Chrysler (FCA) haben sich auf eine Fusion verständigt. Neuer Boss soll PSA-Chef Carlos Tavares werden.

Beide Unternehmen planen den Zusammenschluss zu einer neuen Gruppe, an der PSA und Fiat Chrysler jeweils 50 Prozent halten. Es entstünde der weltweit viertgrößte Autobauer nach verkauften Fahrzeugen hinter Volkswagen, Toyota und Renault-Nissan mit einem Absatz von 8,7 Millionen Autos pro Jahr. Nach Umsatz wäre das neue Unternehmen die Nummer Drei. Die Synergien sollen bei jährlichen 3,7 Milliarden Euro liegen.

Angestrebt wird ein Zusammenschluss "unter Gleichen". PSA-Chef Carlos Tavares soll den neuen Konzern als Vorstandsvorsitzender führen. Der FCA-Verwaltungsratsvorsitzende John Elkann - Enkel des langjährigen Fiat-Bosses Giovanni Agnelli - würde diese Rolle auch bei dem neuen Unternehmen einnehmen.

Medienberichte über die Fusion hatten die Aktien von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) an der Wall Street bereits am Dienstag nach oben getrieben.

FCA kann Hilfe gebrauchen

PSA führt neben Opel die Marken Peugeot, DS und Citroën. Fiat Chrysler hat die Marken Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia oder Maserati unter seinem Dach. Opel gehört seit gut zwei Jahren zu PSA und wird mit harter Hand auf Effizienz und Gewinne getrimmt.

In der Branche wird immer wieder auf die besonderen Probleme von Fiat Chrysler hingewiesen. Der Hersteller hatte unter der Führung des mittlerweile verstorbenen Autobosses Sergio Marchionne auf große Investitionen in Elektroantriebe verzichtet. Derzeit ist der Konzern vor allem mit den großen Spritschluckern der Marken Jeep und Ram in den USA erfolgreich. Das hilft in Europa aber nicht beim Einhalten von CO2-Zielen spätestens ab 2021. Im Heimatkontinent von Fiat verliert der Konzern Marktanteile und fuhr auch zuletzt nur haarscharf an einem operativen Verlust vorbei.

Carlos Tavares

Carlos Tavares. | Bildquelle: imago images / IP3press

Krise in der Branche

Die Hersteller bündeln ihre Kräfte vor dem Hintergrund einer wachsenden Krise am Automobilmarkt: Die Autobauer stecken unter dem Druck von Klimaschutzzielen und neuen Technologietrends im tiefsten Strukturwandel ihrer Geschichte.

Zugleich geht die Autokonjunktur unter der Last des Handelsstreits der USA mit China und der Unsicherheit über den Brexit auf Talfahrt. Schon seit etlichen Jahren rechnen Branchenkenner damit, dass nicht alle Autokonzerne den Wandel alleine stemmen können und es neben Kooperationen auch zu Fusionen kommen wird.

ts/dpa/rtr

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Das sind die größten Autohersteller Ranking verschiebt sich nach Fiat Chrysler und PSA-Fusion

Ford-Logo

Platz 5: Ford
Der zweitgrößte Autohersteller der USA schafft es gerade noch so unter die weltweit fünf größten Autobauer. Im vergangenen Jahr brachte es der Konzern aus Dearborn/Michigan auf einen Umsatz von 160,3 Milliarden Dollar.