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Viertgrößter Autohersteller entsteht Peugeot und Fiat Chrysler besiegeln Fusion

Stand: 18.12.2019, 08:56 Uhr

Ein gemeinsamer Jahresumsatz von 170 Milliarden Euro, mehr als 400.000 Mitarbeiter und rund 8,7 Millionen verkaufte Fahrzeuge: Mit der Fusion zwischen der Peugeot-Mutter PSA und FiatChrysler entsteht ein neuer Autogigant. Der steht allerdings vor großen Herausforderungen.

Am Mittwochmorgen war es soweit: Peugeot und Fiat Chrysler haben sich auf eine 50 Milliarden Dollar schwere Fusion geeinigt. Der Zusammenschluss soll in den kommenden zwölf bis 15 Monaten abgeschlossen werden, kündigten die beiden Unternehmen an. An der Spitze des neuen Konzerns soll Peugeot-Chef Carlos Tavares stehen. Die beiden Autobauer hatten bereits vor sechs Wochen angekündigt, bis zum Jahresende eine Gruppe mit 8,7 Millionen verkauften Fahrzeugen zu schmieden. Zusammen stehen Fiat Chrysler und Peugeot dann weltweit auf dem vierten Platz hinter Volkswagen, Toyota und der Allianz aus Renault und Nissan.

Vier Milliarden in vier Jahren

Fiat Chrysler: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Mit der Fusion sollen Spareffekte von 3,7 Milliarden Euro erzielt werden, ohne eine Fabrik zu schließen. Die Effizienzgewinne, die sich etwa aus Einsparungen beim gemeinsamen Einkauf ergäben, ließen sich nach vier Jahren zu 80 Prozent heben, hatte es geheißen.

Stefan Wolff
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Der neue Auto-Gigant

Die Branche steht unter einem enormen Druck, der Schulterschluss der Hersteller ist deshalb kein Zufall. Autobauer müssen Milliarden in autonome Autos und Elektromobilität investieren. Fiat Chrysler hat zudem besondere Probleme. Denn der Hersteller hatte unter der Führung des verstorbenen Sergio Marchionne auf große Investitionen in Elektroantriebe verzichtet. Derzeit ist der Konzern vor allem mit den großen Spritschluckern der Marken Jeep und Ram in den USA erfolgreich.

Buntes Marken-Portfolio

Der neue Verbund käme auf einen Jahresumsatz von knapp 170 Milliarden Euro und ein jährliches Betriebsergebnis von mehr als elf Milliarden Euro. Beschäftigt werden nach früheren Angaben des französischen Wirtschafts- und Finanzministeriums rund 400.000 Menschen. PSA führt neben Opel die Marken Peugeot, DS und Citroën. Fiat Chrysler umfasst die Marken Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia oder Maserati. Opel gehört seit gut zwei Jahren zu PSA und wird mit harter Hand auf Effizienz und Gewinne getrimmt.

Im neuen Unternehmen wird ein Zusammenschluss "unter Gleichen" mit einem ausgewogen besetzten Vorstand angestrebt. PSA-Chef Carlos Tavares (61) wird Vorstandsvorsitzender. Der Portugiese hat sich als knallharter Sanierer sowohl bei Peugeot als auch bei der Tochter Opel einen Namen gemacht. Der FCA-Verwaltungsratsvorsitzende John Elkann (43) übernimmt diese Rolle auch in dem neuen Unternehmen. Er ist der Enkel das legendären Fiat-Bosses Giovanni "Gianni" Agnelli (1921-2003) und Ururenkel des Fiat-Gründers Giovanni Agnelli senior (1866-1945). Das italienische Traditionsunternehmen war 2014 in Fiat Chrysler Automobiles aufgegangen.

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Die Marken von Fiat Chrysler PSA Galerie

Peugeot 5008

Peugeot..
... ist die Kernmarke des französischen PSA-Konzerns. Seit 1891 produzieren die Franzosen in Serie. Peugeot stellt aber nicht nur Autos her, sondern auch Fahrräder oder Heimwerkermaschinen.

AB