ProSiebenSat.1-CEO Thomas Ebeling
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Wachstumsraten ausgebremst ProSiebenSat.1 stellt sich neu auf

Stand: 06.12.2017, 09:18 Uhr

Der Medienkonzern bringt einen Konzernumbau auf den Weg, um wettbewerbsfähiger zu werden. Das Dax-Unternehmen leidet weiter unter einem schwachen TV-Werbemarkt und stellt Anleger auf eher moderates Wachstum ein.

Mittelfristig soll das Wachstum der Senderkette im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen, so Noch-Chef Thomas Ebeling auf einer Investorenveranstaltung am Mittwoch. Der Manager muss kurz vor seinem Ausscheiden eine schwächere geschäftliche Entwicklung beim Dax-Konzern verkaufen. Damit wird allerdings die bestehende Prognose bestätigt. In den zurückliegenden Jahren hatte ProSiebenSat.1 Erlöszuwächse zwischen zehn und 16 Prozent erreicht, vor allem dank der guten Einnahmen im TV-Werbegeschäft.

Neuausrichtung als Flucht nach vorne?

Diese wichtige Erlös- und Gewinnquelle scheint in den vergangenen Jahren weniger gut zu sprudeln. Zuletzt hatte das Unternehmen mehrfach vor schwächeren Umsatz- und Ergebnisbeiträgen in diesem Bereich gewarnt. Die Neuausrichtung des Konzerns, die Ebeling am Mittwoch vorstellte, ist vor allem eine Reaktion darauf.

Zum Jahreswechsel will das Medienunternehmen aus bislang vier Sparten nur noch drei machen. Bereits im August hatte es angekündigt, die Fernsehsender mit der Online-Streaming-Plattform Maxdome zusammenzulegen. Bis 2020 sollen dadurch Einsparungen von rund 50 Millionen Euro erreicht werden.

Bei den beiden anderen Bereichen, dem TV-Produktionsgeschäft und den Internetportalen ist man eifrig auf Partnersuche. Denkbar seien auf Zukäufe, die das Wachstum ankurbeln sollen, so Ebeling. Die Sparten sollen sich gegenseitig Aufträge verschaffen. Gespräche mit Investoren laufen offenbar bereits.

Kuppeln statt Reisen

Bei den Internet-Aktivitäten will sich das Unternehmen künftig stärker auf das Vergleichsportal Verivox und die Single-Plattform Parship konzentrieren. Die Reise-Seiten Weg.de und Tropo sollen dagegen verkauft werden. Die frühere Videosparte mit Maxdome und der Plattform Studio71 wird aufgelöst. Während Maxdome der TV-Sparte zugeschlagen wird, findet Studio71 in der Produktionssparte seine neue Heimat.

Aktie bleibt Dax-Schlusslicht

Die Aktie von ProSiebenSat.1 ist im Dax auf Sicht von zwölf Monaten das Schlusslicht. Der Titel hat seit seinem Jahreshoch im Frühjahr bei mehr als 41 Euro fast ein Drittel an Wert verloren. Am Mittwoch ist das Papier mit leichten Gewinnen in einem schwachen Gesamtmarkt einer der besten Titel im Leitindex. Anleger hoffen also offenbar auf den Erfolg der eingeleiteten Umbaumaßnahmen.

AB