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Verkauf der Sparte drückt Umsatz ProSiebenSat.1 geht nicht mehr auf Reisen

Stand: 09.05.2018, 11:38 Uhr

Die Aktie des Dax-Absteigers ProSiebenSat.1 bricht am Mittwoch ein. Zwar hat der TV-Konzern höhere Werbeeinnahmen kassiert. Das sonst so verlässliche Online-Geschäft aber schrumpfte.

Der fast komplette Ausstieg aus dem Reisegeschäft mit dem Verkauf von Weg.de und Etraveli hinterließ Bremsspuren in der Bilanz des Fernsehkonzerns. Im ersten Quartal gingen die Erlöse um drei Prozent auf 881 Millionen Euro zurück. Analysten hatten mit einem weniger starken Rückgang gerechnet. Ohne die Veräußerungen wären die Umsätze freilich leicht gestiegen.

Umsatzeinbruch der Online-Sparte

Wegen der Verkäufe schrumpfte auch der Umsatz mit den Internetportalen wie Verivox und Parship um 14 Prozent. Bislang war die Online-Sparte immer ein verlässlicher Wachstumstreiber gewesen.

Ähnlich schlimm traf es die Produktionssparte. Hier sanken die Erlöse um 13 Prozent. Schuld daran waren hauptsächlich negative Währungseffekte im US-Geschäft.

Höhere Werbeeinnahmen beflügeln TV-Geschäft

Dagegen florierte die Entertainment-Sparte, die das TV-Geschäft und die Online-Unterhaltungsplattformen vereint. Dank höherer Werbeeinnahmen steigerte sie die Umsätze um zwei Prozent auf 624 Millionen Euro.

Unterm Strich verdiente ProSiebenSat.1 mehr. Der bereinigte Gewinn stieg um sechs Prozent auf 93 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte gar um sieben Prozent auf 200 Millionen Euro zu.

Interimschef Conrad Albert bestätigte die Jahres-Prognose. Demnach soll der Umsatz 2018 weiterhin im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich steigen - bei einer bereinigten Ebitda-Marge im mittleren 20-Prozent-Bereich. Albert, der die TV-Senderkette als Vorstandsmitglied derzeit übergangsweise führt, wird ab Juni von Branchenneuling Max Conze abgelöst.

Aktien sacken ab

Die Anleger reagieren ernüchtert auf die Zahlen und den Ausblick. Die Aktien von ProSiebenSat.1 stürzen am Mittwochvormittag um gut neun Prozent auf knapp über 28 Euro ab. Nach dem Kurseinbruch im März hatten sich die MDax-Titel zuletzt etwas erholt. Der Fokus  dürfte sich nun auf den Ausblick für die Werbeumsätze im zweiten Quartal richten, der auch wegen der Fußball-Weltmeisterschaft eher negativ ausfallen sollte, hieß es in einem Kommentar von Goldman Sachs.

Im Rahmen seines zum Jahresbeginn eingeleiteten Konzernumbaus hat ProSiebenSat.1 seine Beteiligungen an den Online-Plattformen in einer neuen Gesellschaft namens NuCom gebündelt. NuCom soll zu einer "führenden europäischen Plattform für Lifestyle-Angebote" ausgebaut werden. Ende Februar hat sich das US-Investmenthaus General Atlantic Anteile an der Sparte gesichert.

nb