ProSiebenSat.1-Fernsehregie in Unterföhring

TV-Werbeeinnahmen sinken, digital läuft es gut ProSiebenSat.1: „Ein Jahr der Investitionen“

Stand: 09.05.2019, 08:09 Uhr

Das klassische Fernsehgeschäft wird aufgrund sinkender Werbeeinnahmen für ProSiebenSat.1 immer mehr zur Bremse. Mit Auftragsproduktionen verbucht der Medienkonzern aber gute Erfolge, auch die Online-Sparte erzielt solides Wachstum. Das wissen die Investoren zu schätzen.

Die Aktie ProSiebenSat.1 legt im frühen Handel um mehr als zwei Prozent zu. Das Unternehmen kann auch dringend Rückenwind vom Aktienmarkt gebrauchen, denn in den vergangenen zwölf Monaten knickten die Titel um mehr als 50 Prozent ein.   

Der Konzernumsatz stieg um vier Prozent auf 913 Millionen Euro. Zu verdanken ist das vor allem den Erfolgen von Tochterunternehmen, die abseits des TV-Geschäfts tätig sind: Die eigene Produktionsfirma Red Arrow Studios erreichte einen Umsatzanstieg von 38 Prozent. Sie produzierte zum Beispiel die Drama-Serie „Vienna Blood“ für die Fernsehsender ORF und ZDF sowie die Krimi-Serie „Bosch“ für Amazon.

Außerdem steuerten die Onlineplattformen, darunter die Partnervermittlungen Parship und Elite Partner sowie das Vergleichsportal Verivox, unter dem Dach der NuCom Group ein Umsatzplus von 25 Prozent bei. Die Werbeeinnahmen aus dem klassischen Fernsehgeschäft sanken hingegen um vier Prozent.

Streaming als Hoffnungsträger

Der bereinigte Nettogewinn stieg leicht um ein Prozent auf 94 Millionen Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis sank um fünf Prozent auf 190 Millionen Euro. Damit schrumpfte die auch die bereinigte Ebitda-Marge um 1,9 Punkte auf 20,8 Prozent. Der Medienkonzern will weiter in Wachstum investieren und seine neue Streaming-Plattform Joyn ausbauen, die im Juni starten soll.

„Es gibt noch einiges zu tun, daher investieren wir in die Zukunft unseres Geschäfts und konzentrieren uns auf unsere Prioritäten: Unsere einzigartige Streaming-Plattform Joyn spielt hier eine entscheidende Rolle“, meint Vorstandschef Max Conze.

„Ein Jahr der Investitionen“

Der Konzern hat seine Jahresziele bestätigt. Zwar werde der Umsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz wachsen. Doch die operative Umsatzrendite werde auf 22 bis 25 Prozent von zuletzt 25,3 Prozent zurückgehen, bekräftigte ProSiebenSat.1. 2019 sei ein Jahr der Investitionen für ProSiebenSat.1, um das Entertainment-Geschäft des Konzerns zukunftsfest aufzustellen, heißt es in der Unternehmensmitteilung.

ts