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Besser als gedacht ProSieben: Gut, dass es Weihnachten gibt

Stand: 22.02.2018, 08:54 Uhr

Ein Schlussspurt im Fernsehwerbegeschäft hat ProSiebenSat.1 zu einem etwas besseren Jahresabschluss verholfen als am Markt erwartet.

Tatsächlich stiegen die TV-Werbeerlöse im vierten Quartal um eine mittlere einstellige Prozentzahl. Dadurch legte der Umsatz 2017 um sieben Prozent auf knapp 4,1 Milliarden Euro zu. Wie der TV-Konzern am Morgen mitteilte, stieg der bereinigte Überschuss um drei Prozent auf 550 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Umsatz von gut vier Milliarden Euro und einem bereinigten Überschuss von 539 Millionen Euro gerechnet. ProSiebenSat.1 erhöht die Dividende um drei Cent auf 1,93 Euro je Aktie.

Der scheidende Vorstandschef Thomas Ebeling beglückwünschte sich selbst und sagte: "Wir hatten 2017 einen starken Endspurt. So konnten wir auf Jahressicht weiter profitabel wachsen und haben erstmals die Umsatzmarke von vier Milliarden Euro übertreffen."

Neuen Investor an Bord geholt

Im Vergleich zu 2009 sei das eine Steigerung von knapp 50 Prozent. Auch habe sich der Gewinn in diesem Zeitraum verdreifacht und die Verschuldung halbiert. So eine Leistung sei in der von Umbrüchen gezeichneten Medienbranche einmalig, so Ebeling.

ProSiebenSat.1-CEO Thomas Ebeling

ProSiebenSat.1-CEO Thomas Ebeling. | Bildquelle: Imago

Neuer Chef des Fernsehkonzerns wird ab Juni der 48-jährige Max Conze. Der Aufsichtsrat hat ihn am Mittwoch zum Nachfolger von Ebeling, 59, ernannt. Der gebürtige Bielefelder Conze war von 2011 bis 2017 Chef der britischen Staubsaugerfirma Dyson, davor 17 Jahre lang für den Konsumgüterkonzern Procter & Gamble tätig.

Am Morgen kündigte das Unternehmen noch eine Neuerung an: Für den Ausbau seines Digitalgeschäfts hat sich der Fernsehkonzern den Finanzinvestor General Atlantic an Bord geholt. Den Angaben zufolge übernimmt der Investor 25,1 Prozent der Anteile an der Konzernsparte, in der Internetportale wie Verivox, Parship Elite und Jochen Schweizer gebündelt sind.

Ziel sei die europaweite Fortentwicklung der Sparte mit verschiedenen Vertriebskanälen für Verbraucher-Dienste und Lifestyle-Marken. Die Sparte werde mit insgesamt 1,8 Milliarden Euro bewertet.

Digitalgeschäft wird immer wichtiger

Bereits im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen mehr als die Hälfte des Umsatzes - genau 51 Prozent - außerhalb des TV-Werbegeschäfts. Im Vorjahr waren es lediglich 47 Prozent.

Das Digitalgeschäft war auch der wichtigste Wachstumstreiber der Gruppe. Hier erhöhte ProSiebenSat.1 den Außenumsatz um 30 Prozent auf 996 Millionen Euro, wobei besonders die Online-Plattformen Verivox, Amorelie und Flaconi zum organischen Wachstum beitrugen. Frisches Geld in Kassen brachte zudem der Verkauf des Online-Reisebüros Etraveli sowie der Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der Jochen Schweizer GmbH, einem führenden Anbieter für Erlebnisgeschenke.

lg