Procter & Gamble-Produkte

Überschuss stagniert Procter & Gamble: Ohne die Schönheit sähe es mau aus

Stand: 19.04.2018, 14:20 Uhr

Ohne die zweistelligen Zuwächse bei der Hautpflege und Zukäufen sähe die Quartalsbilanz von Procter & Gamble eher müde aus. Doch mit deren Hilfe steigt auch der Gewinn stärker als erwartet.

Der Umsatz des Konsumgüterkonzerns kletterte im dritten Geschäftsquartal (Januar bis März) um vier Prozent auf 16,3 Milliarden Dollar. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Zukäufe, wären die Erlöse nur um ein Prozent gestiegen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) legte auf exakt 1,00 Dollar zu, was mehr war als Analysten erwartet hatten.

Unter dem Strich standen bei P&G wie im Vorjahr 2,5 Milliarden Dollar als Überschuss. Auf Sicht von neun Monaten ging der Gewinn jedoch um 40 Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar zurück. Grund ist eine Sonderabgabe im Zuge der Steuerreform. Zudem hatte P&G im Vorjahr einen Sondergewinn aus dem Verkauf zahlreicher Kosmetikmarken eingestrichen.

Scharfer Preiskampf

P&G ist der weltweit größte Konsumgüterkonzern. Der scharfe Preiskampf der in etlichen Produktkategorien geführt wird, macht dem Konzern allerdings zu schaffen. Die Amerikaner haben deshalb einen kompletten Umbau des Unternehmens gestartet, wozu auch der Verkauf kompletter Geschäftssparten gehört.

So hat der Konzern am Vormittag den Kauf des Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten vom Darmstädter Merck-Konzern bekannt gegeben. Damit sichern sich die Amerikaner, denen das Erkältungsmittel Wick gehört, Marken wie das Nasenspray Nasivin oder die Vitaminpräparate Femibion und Vigantoletten. Das eigene Gesundheitsgeschäft lief im dritten Quartal vor allem dank der Grippewelle gut.

Prognose angehoben

2017 kam der Healthcare-Bereich von P&G auf einen Umsatz von 7,5 Milliarden Dollar und machte damit zwölf Prozent des Konzernumsatzes aus. Den Löwenanteil der Erlöse erzielt P&G mit Waschmitteln wie Ariel und Lenor sowie mit Baby- und Damenhygieneprodukten wie Pampers und Always.

Seine Prognose für das Gesamtjahr hat P&G angepasst. Das bereinigte EPS soll nun zwischen sechs und acht Prozent zulegen (zuvor: fünf bis acht Prozent). Etwas pessimistischer ist der Konzern für den Umsatz, der organisch nur um rund zwei Prozent zulegen dürfte.

Am Aktienmarkt sorgen die Zahlen für wenig Begeisterung. Vorbörslich ist die Procter-Aktie sogar leicht ins Minus gedreht. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 15 Prozent an Wert eingebüßt.

lg/dpa