Procter & Gamble-Zentrale in Cincinnati, Ohio

Windeln gehen gut Procter & Gamble: Sauberes Wachstum

Stand: 30.07.2019, 15:49 Uhr

Der US-Konsumgüter-Hersteller liegt mit seinen Rasierern, Waschmitteln oder Pampers-Windeln weiter im Trend. Das vierte Geschäftsquartal wurde mit dicken Gewinnen abgeschlossen, wenn man von einem Sondereffekt absieht.

Eine milliardenschwere Abschreibung auf die Rasierermarke Gillette im vierten Quartal hat den US-Konzern tief in die roten Zahlen geführt. 5,2 Milliarden Dollar betrug das Netto-Minus. Dafür waren allerdings Abschreibungen in Höhe von acht Milliarden Dollar auf die Übernahme des Rivalen Gillette verantwortlich.

Organisches Wachstum beeindruckt

Beim Umsatz, aber auch beim Ergebnis je Aktie, lag Procter & Gamble aber deutlich vor den Analystenprognosen. Die Erlöse kletterten von April bis Juni um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 17,1 Milliarden US-Dollar. Organisch - sprich bereinigt um Zu- oder Verkäufe sowie Währungseffekte - betrug das Plus sieben Prozent.

Procter & Gamble: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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110,80
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Gute Geschäfte mit Gesundheitsprodukten dank höherer Preise und einem saisonal späten Anstieg von Husten- und Erkältungsfällen sorgten vor allem für die gute Bilanz. Die Verkäufe stiegen hier um 13 Prozent, aus eigener Kraft erzielten die Produkte ein Plus von zehn Prozent. Daneben verkauften sich auch hochpreisige Hautpflegeprodukte der Premiummarke SK-II und der Marke Olay Skin Care gut.

Der Gewinn je Aktie (Kern-EPS) legte im Quartal um 17 Prozent auf 1,10 US-Dollar zu. Im Vorjahr hatte der Wert bei 0,94 Dollar je Anteilsschein gelegen, die Analysten wären bereits mit einem Anstieg auf 1,05 Dollar je Aktie zufrieden gewesen.

Aktienpflege inklusive

Für 2020 rechnet der Konsumgüterkonzern mit einem organischen Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent sowie einer Steigerung des Kern-EPS auf 4,70 bis 4,93 Dollar. Zudem kündigte P&G ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von sechs bis acht Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2020 an.

Die Aktie des Konsumgüterriesen läuft seit Monaten wie an der Schnur gezogen aufwärts. Im Frankfurter Handel ist der Titel inzwischen rund 107 Euro wert. Zu Jahresbeginn stand der noch bei knapp 80 Euro.

AB