Ryanair-Maschinen auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn

Mehrere 737 bleiben am Boden Probleme bei Boeing reißen nicht ab

Stand: 31.10.2019, 12:04 Uhr

Wegen Rissen an einem Bauteil bei einem Passagierflugzeug der Modellreihe 737 NG können derzeit bis zu 50 Maschinen nicht abheben. Keine guten Nachrichten für den Flugzeugbauer, der ohnehin schon massiv unter Druck steht.

Ein Unternehmenssprecher von Boeing sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag, dass bei weniger als fünf Prozent der weltweit 1.000 untersuchten Flugzeuge Prüfungsergebnisse dazu geführt hätten, dass die Maschinen vorerst nicht abheben könnten. Das betroffene Bauteil befindet sich an der Verbindung von Flügel und Flugzeugrumpf.

Boeing hatte der US-Flugaufsicht FAA das Problem gemeldet, nachdem es bei einer Maschine in China aufgetaucht war. Untersuchungen zeigten dann, dass auch andere Flugzeuge betroffen waren. Die FAA ordnete eine Untersuchung aller Boeing 737 NG an, die mehr als 30.000 Flüge absolviert haben.

Qantas Airways zieht Maschine aus dem Verkehr

Boeing 747 der Qantas Airways beim Start am Flughafen Frankfurt-Main.

Boeing 747 der Qantas Airways. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Nach der Entdeckung eines Risses im Rumpf einer 737-Maschine will die australische Airline Qantas mehrere baugleiche Flugzeuge einer Inspektion unterziehen. Qantas teilte am Donnerstag mit, dass insgesamt 33 Maschinen kontrolliert werden sollen, die mehr als 22.600 Starts und Landungen hinter sich haben. Die betroffene Maschine wurde aus dem Verkehr gezogen.

Nach Angaben des australischen Verbandes von Flugzeug-Ingenieuren (Australian Licensed Aircraft Engineers Association) wurde inzwischen an einem weiteren Flugzeug ein Riss entdeckt. Der Verband appellierte an die Fluggesellschaft, alle insgesamt 77 Maschinen diesen Typs am Boden zu lassen. Von Qantas gab es für die Entdeckung eines zweiten Risses keine Bestätigung. Die Fluglinie bezeichnete die Erklärung des Verbands als "völlig verantwortungslos". "Wir würden niemals ein Flugzeug starten lassen, das nicht vollkommen sicher ist."

Die Qantas-Aktie konnte am Donnerstag trotz der weniger guten Nachrichten leicht zulegen.

Probleme bei Boeing häufen sich

Boeing steht derzeit bereits wegen zweier Abstürze von Maschinen des neuen Typs 737 MAX massiv unter Druck. Seit März gilt ein weltweites Flugverbot für alle Maschinen dieses Typs. Ermittler vermuten, dass bei den Abstürzen in Indonesien und Äthiopien mit insgesamt 346 Toten ein automatisches Stabilisierungssystem eine zentrale Rolle spielte.

Nachdem sich die Boeing-Aktie in den vergangenen Tagen etwas erholen konnte, rutscht sie Donnerstag wieder leicht ins Minus. Vor zwei Tagen noch räumte der Boeing-Vorstand Fehler nach den beiden Flugzeugabstürzen ein.

ms/AFP/dpa