Jürgen Gerdes, Vorstand Deutsche Post DHL mit Scooter-Spielzeugauto

Nach Gewinnwarnung Post-Vorstand Gerdes muss gehen

Stand: 12.06.2018, 19:04 Uhr

Jetzt rollen Köpfe beim Dax-Unternehmen Deutsche Post. Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes nimmt nach der Gewinnwarnung letzte Woche seinen Hut. So ganz überraschend kommt das alles nicht.

Denn über eine Ablösung des 54-jährigen Gerdes war bereits im Vorfeld spekuliert worden. Er soll damit die Verantwortung für die Probleme im Brief- und Paketgeschäft tragen.

Am Freitag hatte die Post überraschend eine Gewinnwarnung herausgegeben, nach der in diesem Jahr nur noch ein operatives Ergebnis (Ebit) von 3,2 Milliarden erwartet wird, das sind rund 500 Millionen Euro weniger als bisher anvisiert. Bis April hatte Gerdes elf Jahre lang das Brief- und Paketgeschäft geleitet.

Am Dienstag nach Börsenschluss kam die Bestätigung der Personaldiskussion. "Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Schwerpunktsetzung des Unternehmens" lege der Manager sein Mandat mit sofortiger Wirkung nieder, teilte der Konzern mit. Gerdes war zuletzt Chef des für den Elektrotransporter StreetScooter eingerichteten Ressorts "Corporate Incubations". Die Aufgaben vor Gerdes übernehme Personalvorstand Thomas Ogilvie zusätzlich.

Aktie zuletzt heftig unter Druck

Seit der Gewinnwarnung ist die Aktie des Dax-Konzerns schwer verprügelt worden und hat rund zehn Prozent verloren. Auch heute steht das Papier, wie auch schon an den Tagen zuvor, am Dax-Ende mit einem Tagesverlust von 2,48 Prozent. Zahlreiche Analysten hatten nach der Warnung ihre Gewinnschätzungen nach unten revidiert und ihre fundamentalen Einschätzungen gesenkt. Ein Desaster für die Aktie. Im Späthandel am Dienstag legt das Papier leicht zu.

rm/rtr