Briefträger der Deutschen Post fährt auf einem Zebrastreifen

Von 70 auf 80 Cent Post plant Preiserhöhung

Stand: 27.05.2018, 11:33 Uhr

Noch spricht die Post von "Spekulationen". Aber vieles spricht dafür, dass die Porto-Preisspirale bald in eine neue Runde gehen dürfte. Betroffen ist der Standardbrief.

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
31,45
Differenz relativ
-0,54%

Denn Post-Chef Frank Appel hatte bereits Anfang des Monats angedeutet, dass es angesichts von Gewinnrückgängen in der Brief-und Paketsparte höhere Preise geben könnte. Das scheinen keine leeren Worte gewesen zu sein. Wie "Bild am Sonntag" heute schreibt, soll sich der Preis für einen Standardbrief von 70 auf 80 Cent verteuern. Das wäre immerhin ein Plus von 14 Prozent. Es dürfte nicht viele Dax-Konzerne geben, die ihre Preise in dieser Größenordnung mal eben so anheben können. Ein Postsprecher sprach von "völliger Spekulation".

Was macht die Bundesnetzagentur?

Bei der Post spielt die Bundesnetzagentur eine entscheidende Rolle, wenn es um Preisanpassungen geht. Der Agentur fällt die Aufgabe zu, Preiserhöhungen zu prüfen und den Rahmen dafür abzustecken. Geprüft werden dabei etwa die Inflationsauswirkungen oder auch die Personalkosten.

Da derzeit die Kosten der Sparte stärker wachsen als die Umsätze, besteht durchaus Spielraum für die Erhöhung, die dann im kommenden Jahr greifen würde. Sobald der Rahmen der Netzagentur feststehe, werde die Post entscheiden, welche Preise verändert werden sollen und deren Genehmigung beantragen, sagte der Sprecher.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Frank Appel

Frank Appel, Vorstandsvorsitzender Deutsche Post. | Bildquelle: colourbox.de

Zurück zu den Kosten und hier besonders den Personalkosten. Die Beschäftigten verdienen dank eines Tarifvertrags mit der Gewerkschaft Verdi seit vergangenem Oktober 1,7 Prozent mehr, in diesem Oktober kommen noch einmal drei Prozent dazu. Steigen sollen übrigens auch die Preise für Bücher- und Warensendungen.

Ab Juli steigt der Preis für eine Büchersendung bis zu 500 Gramm um 20 Cent auf 1,20 Euro, hatte die Post erklärt. Warensendungen bis zu 50 Gramm sollen künftig statt 90 Cent 1,30 Euro kosten. Die letzte Erhöhung für dieses Segment hatte es 2013 gegeben. Der Bereich der Bücher- und Warensendungen macht allerdings nur einen kleinen Teil der Spartenerlöse aus, der Standardbrief ist das wichtigste Produkt.

Post-Aktie zuletzt keine Erfolgsstory mehr

Die Zeiten, in denen sich die lange Zeit erfolgsverwöhnt Post-Aktionäre über Kurse über 40 Euro freuen konnten, sind vorbei. Seit Jahresanfang geht es unter Schwankungen mit der Kurs abwärts, aktuell kostet das Papier 33,45 Euro. Seit dem Zwischenhoch im April hat sich der Abschwung zudem besonders verstärkt. Das Zwölf-Monats-Tief lag bei 31,58 Euro.

Zuletzt hatten die Zahlen des ersten Quartals für Enttäuschung gesorgt, bei dem der Bonner Konzern seine Ziele verfehlt hatte. Besonders der zu Jahresanfang starke Euro verhagelte die Quartalsbilanz. Von daher müsste es im laufenden zweiten Quartal Entlastung geben. Eine Entwicklung, die an der Börse aber noch nicht gespielt wird.

rm/rtr

1/11

Die größten deutschen Börsengänge Deutsche Telekom ganz vorn

<b>Deutsche Telekom</b><br />Wer Börsengang hört, der denkt vor allem an die Deutsche Telekom. Der einstige Telefon-Monopolist ging 1996 an die Frankfurter Börse und platzierte 713 Millionen "T-Aktien" zum Ausgabekurs von 28,50 DM (14,57 Euro). Wer die Volksaktien damals kaufte, kann sich bis heute über einen mickrigen Kursgewinn von drei Prozent und konstante Dividendenausschüttungen freuen. Mit einem Volumen von 10,6 Milliarden Euro ist die erste Tranche der Telekom bis heute der mit Abstand größte Börsengang in Deutschland.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

Deutsche Telekom
Wer Börsengang hört, der denkt vor allem an die Deutsche Telekom. Der einstige Telefon-Monopolist ging 1996 an die Frankfurter Börse und platzierte 713 Millionen "T-Aktien" zum Ausgabekurs von 28,50 DM (14,57 Euro). Wer die Volksaktien damals kaufte, kann sich bis heute über einen mickrigen Kursgewinn von drei Prozent und konstante Dividendenausschüttungen freuen. Mit einem Volumen von 10,6 Milliarden Euro ist die erste Tranche der Telekom bis heute der mit Abstand größte Börsengang in Deutschland.