Paketzentrum von Deutsche Post und DHL

Ergebnissprung im zweiten Quartal Post kommt gut durch die Krise

Stand: 07.07.2020, 19:22 Uhr

Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen hat der Post-Konzern die Corona-Krise ohne Schrammen bewältigt. Im zweiten Quartal stieg das operative Ergebnis zweistellig. Für das Gesamtjahr gibt es nun eine konkrete Prognose.

Mit etwas mehr Gewissheit blickt der Bonner Logistik-Konzern auf das laufende Jahr. 2020 strebt das Unternehmen nun auf Konzernebene ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 3,5 bis 3,8 Milliarden Euro an. Ursprünglich waren - vor der Corona-Krise - mehr als 5 Milliarden Euro Ergebnis angepeilt gewesen. Anfang April hatte die Post ihren Ausblick zurückgezogen. Im Vorjahr hatte das operative Ergebnis noch bei 4,1 Milliarden Euro gelegen.

16 Prozent mehr verdient trotz Sonderabschreibungen

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im zweiten Quartal profitierte die Post vom Paketboom. Am Dienstagabend nach Xetra-Schluss gab das Unternehmen einen Anstieg des operativen Ergebnisses um 16 Prozent  auf 890 Millionen Euro bekannt. Darin seien neben Belastungen von rund 100 Millionen Euro aus der Neuausrichtung des Elektrolieferwagens Streetscooter auch weitere 100 Millionen Euro an Sonderabschreibungen enthalten, die durch die Maßnahmen des Corona-Lockdowns ausgelöst wurden.

"Wir haben unser Unternehmen bisher sehr gut durch diese Krise gesteuert", betonte Vorstandschef Frank Appel. Zu Beginn des Quartals habe der Konzern noch in Europa und Nordamerika mit Einbußen in Folge der Corona-Schutzmaßnahmen zu kämpfen gehabt. Der Konzern habe darauf reagiert und in der Folge auch von einer langsamen Erholung profitiert. Darüber hinaus sei seit Ende März eine gute Entwicklung der vom Onlinehandel getriebenen Sendungen sowohl international als auch im deutschen Paketgeschäft zu verzeichnen.

300-Euro-Bonus für jeden Mitarbeiter

Als Anerkennung für ihren Einsatz in den vergangenen Monaten der Covid-19-Pandemie will die Post den Mitarbeitern weltweit einen einmaligen Sonderbonus in Höhe von 300 Euro zahlen, kündigte Appel an. Die Sonderzahlungen bezifferte der Manager auf insgesamt 200 Millionen Euro. Sie sollen im dritten Quartal verbucht werden.

Die virtuelle Hauptversammlung soll am 27. August stattfinden. Die Aktionäre sollen nach dem Vorschlag des Vorstands wie im Vorjahr eine Dividende von 1,15 Euro je Aktie erhalten.

Neuer Ausblick für 2022

Für 2022 erwartet der Konzern je nach Entwicklung der Coronakrise weitere Ergebnissteigerungen. Im günstigsten Fall bei einer zügigen Erholung der Weltwirtschaft werde das Ebit bei über 5,3 Milliarden Euro liegen. Bei einer eher zögerlichen Belebung dürften es rund 5,1 Milliarden Euro sein und bei einer langsamen Erholung nur 4,7 Milliarden Euro.

Die Post-Aktie legte nach der Ankündigung nachbörslich leicht um etwa 0,8 Prozent zu. Inzwischen hat der Dax-Titel die Verluste seit Jahresbeginn wettgemacht. Damit zählt das Papier zu den besten Dax-Aktien 2020.

nb