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Nach dem Umbau-Jahr Deutsche Post verspricht goldenere Zukunft

Stand: 07.03.2019, 08:50 Uhr

Die Deutsche Post setzt sich hohe Ziele: Der Logistikkonzern will die Brief- und Paket-Krise beenden und den Gewinn wieder steigern. Im vergangenen Jahr lasteten Gewinnrückgänge in den Sparte auf der Bilanz. Eine Extragebühr für Paketzustellung an der Haustür soll es aber nicht geben.

Die Deutsche Post will Pakete auch künftig ohne Mehrkosten direkt bis an die Haustür der Empfänger bringen. „Wir glauben nicht, dass wir eine Extragebühr für die ‚letzte Meile‘ von unseren Kunden erheben müssen", sagte Post-Chef Frank Appel nach der Zahlenvorstellung im TV-Sender n-tv. Die Haustürzustellung sei „Teil unseres Leistungsversprechens“. Die „letzte Meile“, der letzte Abschnitt bis zur Paketübergabe, gilt als besonders zeitintensiv und teuer für die Paket-Dienstleister.

Deutschen Post AG-Chef Frank Appel

Deutschen Post AG-Chef Frank Appel: 2019 ein großer Schritt nach vorn. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Ein großer Schritt nach vorn soll kommen

Getrieben durch den rasant wachsenden Online-Handel war der Konzern im Paket-Geschäft in der Vergangenheit rasch beim Umsatz gewachsen, noch schneller stiegen aber die Kosten. Appel will das Ruder herumreißen, er hat den Umbau der Sparte bereits in Angriff genommen. Im Briefgeschäft wird es darauf ankommen, wie hoch die Post das Porto erhöhen kann.

„2019 werden wir einen großen Schritt nach vorne machen und im deutschen Brief- und Paketgeschäft deutlich besser aufgestellt sein", betonte Appel. Der Umbau der Sparte sei „auf langfristigen Erfolg ausgerichtet“ - es werde „einige Monate dauern, bis sich die Fortschritte auch in den Zahlen niederschlagen“.

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im abgelaufenen Jahr steigerte die Deutsche Post den Umsatz zwar um knapp zwei Prozent auf 61,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis ging jedoch auch wegen der teuren Frühpensionierung vieler Postbeamter um knapp 16 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurück. Der Überschuss brach wegen einer höheren Steuerlast sogar um fast ein Viertel auf rund 2,1 Milliarden Euro ein. Die Aktionäre sollen dennoch eine stabile Dividende von 1,15 Euro je Aktie erhalten.

Bald sollen es fünf Milliarden sein

Abseits des Deutschland-Geschäfts rund um Pakete und Briefe lief es für den Konzern indes rund. Vor allem das nun schon über Jahre erfolgsverwöhnte Express-Geschäft konnte mit einem Gewinnplus von 12,7 Prozent punkten. Die Frachtsparte hat zudem Probleme durch die Einführung einer neuen Datenverarbeitung überwunden und steigerte den operativen Ertrag deutlich auf von 297 auf 442 Millionen Euro.

DHL Boeing 757-236 am Leipziger Flughafen

DHL Boeing 757-236. | Bildquelle: Imago

Im laufenden Jahr soll das operative Ergebnis (Ebit) von zuletzt knapp 3,2 Milliarden Euro auf 3,9 bis 4,3 Milliarden im laufenden Jahr steigen. Vorstandschef Frank Appel sieht die Post dank der eingeleiteten Sanierungsschritte zudem auf Kurs, im Jahr 2020 wie geplant ein Ergebnis von mehr als fünf Milliarden Euro zu erzielen, wie aus der Präsentation zur Jahresbilanz hervorgeht.

ts/dpa/rtr