Porsche 911 Turbo, 2020

Trotz Corona-Krise Porsche zahlt 9.700 Euro Erfolgsprämie je Mitarbeiter

Stand: 09.04.2020, 09:25 Uhr

Während Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt wurden und die Bänder in den Autofabriken still stehen - auch bei Porsche - zahlt der Konzern der Belegschaft für 2019 weiter eine üppige Prämie. Wie passt das zusammen?

"Die positive Entwicklung von Porsche ist das Ergebnis einer Mannschaftsleistung. Jeder hat dazu beigetragen. Jeder soll davon profitieren", sagte Porsche-Chef Oliver Blume. Der Stuttgarter Autobauer hat im vergangenen Jahr gut 280.000 Autos ausgeliefert, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders erfolgreich war die neue Generation des "Cayenne" mit einem Plus von 29 Prozent.

Beim Gewinn sorgte das 535-Millionen-Euro-Bußgeld in der Dieselaffäre hingegen für ein Ende des über Jahre gehaltenen Rekordkurses. Unter dem Strich blieben rund 2,8 Milliarden Euro - 317 Millionen Euro oder zehn Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Teil der Porsche-Kultur

"Der Erfolg unseres Unternehmens wird erst durch die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen möglich", sagte der Porsche-Gesamtbetriebsratvorsitzende Werner Weresch. "Es ist ein Teil unserer Porsche-Kultur, dass auch die Belegschaft dafür belohnt wird." Anspruchsberechtigt sind alle 27.000 Tarifbeschäftigten in Deutschland.

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Zudem sei die Höhe der Mitarbeiterbeteiligung bereits Anfang des Jahres, also vor Ausbruch der Corona-Krise, festgelegt worden - und zwar gemeinsam vom Vorstand und dem Betriebsrat. Wie im Vorjahr erhalten sie eine Prämie von 9.000 Euro und einen Sonderbeitrag in Höhe von 700 Euro, den die Mitarbeiter entweder für die Porsche-Variorente oder die individuelle Altersvorsorge verwenden können.

Aufruf zur Spende

Anders als in den Vorjahren verbindet Porsche die Sonderzahlung diesmal allerdings mit dem Aufruf an die Mitarbeiter, das Programm "Porsche hilft" durch eine Spende zu unterstützen oder ehrenamtlich tätig zu werden. "Der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ist wichtiger denn je", sagte Porsche-Chef Blume. "Industrie, Politik und Gesellschaft: Gemeinsam werden wir die Corona-Krise meistern. Porsche übernimmt dabei soziale Verantwortung."

Der Konzern verwies noch einmal auf sein Corona-Hilfsprogramm: Porsche habe unter anderem fünf Millionen Euro gespendet. 500.000 Euro kommen vom siebenköpfigen Porsche-Vorstand.

Das Unternehmen hat sein Hilfsprogramm in sechs Aktionsfelder unterteilt. Dazu gehören etwa die Spende an Essenstafeln in Höhe von 200.000 Euro oder die Beschaffung von medizinischem Material. Auch freiwilliges ehrenamtliches Engagement in wohltätigen Organisationen ist vorgesehen.

lg