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Wegen Dieselskandal Porsche muss eine halbe Milliarde Bußgeld zahlen

Stand: 07.05.2019, 14:25 Uhr

Schon im vergangenen Sommer hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig im Zuge der Diesel-Ermittlungen ein Bußgeld von einer Milliarde Euro gegen Volkswagen verhängt. Auch Audi wurde eine Strafe aufgebrummt. Jetzt ist die VW-Tochter Porsche AG an der Reihe.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat dem Sportwagenbauer ein Bußgeld in Höhe von 535 Millionen Euro aufgebrummt. Grund seien unter anderem fahrlässige Aufsichtspflichtverletzungen in der Entwicklungsabteilung im Hinblick auf die Emissionen von Fahrzeugen im Zeitraum ab 2009, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Die Mutter Volkswagen und die Tochter Audi haben bereits im vergangenen Jahr wegen dem Diesel-Skandal Bußgelder in Höhe von 1,8 Milliarden Euro zahlen müssen.

Bereits Rückstellungen gebildet

Volkswagen hatte bei der Verkündung seiner Quartalszahlen in der vergangenen Woche bereits Rückstellungen in Höhe von einer Milliarde Euro bekanntgegeben, rund 600 Millionen Euro davon aber nicht näher erklärt. Der Rest war der Marke Volkswagen zugeschrieben worden.

Die Höhe der Strafe für Porsche setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Den größeren Teil von 531 Millionen muss Porsche bezahlen, damit wirtschaftliche Vorteile im Zusammenhang mit der Abgasmanipulation abgeschöpft werden. Die kleinere Summe von vier Millionen Euro entfällt auf die Ahndung der Ordnungswidrigkeit. Porsche selbst stellt keine Dieselmotoren her, sondern bezieht diese von der Schwestermarke Audi.

Illegale Abschalteinrichtungen

Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um mit V6- und V8-Motoren ausgestattete Dieselfahrzeuge. Gegen einen Teil der Fahrzeuge - etwa 99.000 Stück - lägen auch Bescheide des Kraftfahrtbundesamts vor.

Das Kraftfahrt-Bundesamt hatte wegen illegaler Abschalteinrichtungen in der Abgasreinigung den Rückruf von zehntausenden Fahrzeugen des Premiumherstellers angeordnet. Vor diesem Hintergrund leitete die Staatsanwaltschaft ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Porsche ein, das mit dem Bußgeldbescheid nun rechtskräftig abgeschlossen ist.

Keine Rechtsmittel eingelegt

Porsche hat keine Rechtsmittel eingelegt. Damit ist der Bußgeldbescheid wirksam. Abgeschlossen ist der Dieselskandal für Porsche damit nicht: Das im Juli 2017 angestoßene Ermittlungsverfahren gegen einzelne Mitarbeiter der Porsche AG laufe weiter.

Das Unternehmen bezeichnete den Bescheid als "weiteren wichtigen Schritt zur Beendigung der Dieselthematik". Porsche verwies zudem darauf, dass es bereits den Ausstieg aus dem Diesel verkündet habe.

lg/dpa/rtr