Windkraftanlage in der Dämmerung

Morgan Stanley nennt einen Preis PNE: Warme Brise durch Übernahme?

Stand: 27.08.2019, 11:39 Uhr

Die Aktie des Windparkentwicklers liegt am Dienstag schwer im Trend und gewinnt zweistellig. Daraus könnte noch deutlich mehr werden, wenn das Übernahmeangebot eines Infrastrukturfonds wirklich konkret wird.

Einen möglichen Preis für einen Kauf von PNE hat der Fonds sogar bereits genannt: 3,50 bis 3,80 Euro je Anteilsschein könnte der Infrastrukturfonds, der zur US-Großbank Morgan Stanley gehört, für das Unternehmen aufwenden. Das liegt im besten Fall noch ein gutes Stück über dem heutigen Kurs von derzeit 3,42 Euro, PNE-Titel waren am Montag auf Xetra noch mit 3,05 Euro aus dem Handel gegangen.

"Keine Garantie"

Das unverbindliche Angebot ist erst einmal als Indikation zu verstehen und wurde von dem Fonds ausdrücklich als "unverbindlich" bezeichnet, wie PNE am Morgen mitteilte. "Ausgang und Zeitplan der Gespräche stehen noch nicht fest. "Eine mögliche Transaktion steht insbesondere unter dem Vorbehalt der Durchführung einer Due Diligence", also einer Überprüfung des Unternehmens und seiner Ertragslage. "Es gibt keine Garantie, dass die andauernden Gespräche zu einem Abschluss führen werden und dass ein Übernahmeangebot unterbreitet wird", so PNE weiter in seiner Mitteilung.

Bei den Übernahmeverhandlungen ist also beides möglich, ein weiterer Aufschlag auf den Preis, der nun im Raum steht, eine geringere Offerte und auch ein Scheitern der Verhandlungen. Bei dem Preisverhandlungen dürften die Großaktionäre von PNE ein gewichtiges Wort mitreden. Die Fondsgesellschaft und Vermögensverwaltung Universal Investment aus Frankfurt hält einen Anteil von 12,2, Prozent. Universal wiederum gehört dem Finanzinvestor Montagu. Die Briten hatten vor drei Jahren der Berenberg Bank und dem Bankhaus Lampe ihre Anteile abgekauft. Der aktivistische Investor AOC hat einen Anteil von 5,1 Prozent gemeldet. Auch dieser dürfte daran interessiert sein, sein Investment zu vergolden.

Geschäfte laufen blendend

PNE hatte Anfang August Geschäftszahlen vorgelegt, die der Aktie bereits nach oben geholfen hatten und die Begehrlichkeiten bei dem Fonds geweckt haben könnten. Die Gesamtleistung war von 38,2 Millionen Euro auf 85,6 Millionen auf geklettert. Die Umsatzerlöse in Höhe stiegen auf 65,6 Millionen Euro (von 28,4 Millionen Euro). Beim Betriebsergebnis (Ebit) gab gar es eine Verdreifachung auf 12,9 Millionen Euro.

Die PNE AG ist einer der führender deutschen Windpark-Projektierer. Das Unternehmen deckt dabei die gesamte Wertschöpfungskette ab - von der Entwicklung, Projektierung und Realisierung, über Finanzierung und Betrieb bis hin zum Vertrieb und Repowering von Windparks an Land im In- und Ausland. Auf See werden zusätzlich Offshore-Windparks bis zur Baureife entwickelt. 

Restrisiken immer an Bord

Das Projektgeschäft gilt allerdings als stark zyklisch. Zudem entstehen in der Branche auch immer wieder "spezielle" Risiken, wie PNE im März auch einräumen musste. Wegen Wertberichtigungen auf drei Offshore-Gesellschaften aufgrund einer bilanziellen Neueinschätzung musste man eine Abschreibung von 10,8 Millionen Euro vornehmen. Damit konnte das angepeilte Ergebnis für das vergangene Geschäftsjahr nicht mehr erreicht werden.

AB