Bombenanschlag auf Mannschaftsbus von Borussia Dortmund

Wette auf fallende Aktien Plante der mutmaßliche BVB-Attentäter weitere Anschläge?

Stand: 06.11.2017, 14:46 Uhr

Wie der "Spiegel" berichtet, plante der mutmaßliche BVB-Attentäter Sergej W. womöglich weitere Anschläge auf Aktiengesellschaften. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins geht dies aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Dortmund gegen den 28-Jährigen hervor.

W. beschäftigte sich demnach im Internet mit mehreren Seilbahnbetreibern und deren Aktienkursen. Als Suchbegriff gab W. dem Bericht zufolge unter anderem "Bergbahnen Engelberg-Trübsee Tiflis AG" und deren Wertpapierkennnummer ein, ebenso suchte er nach der "Karwendelbahn AG", die zum Dunstkreis des umstrittenen Unternehmers Wolfgang Wilhelm Reich gehört. Laut "Spiegel" schreibt die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift, dieses Verhalten lasse nur den Schluss zu, dass W. "sich ein neues Ziel suchte, um aus Kursverlusten aufgrund von Anschlägen Gewinne" zu erzielen.

Die Staatsanwaltschaft hatte Ende August Anklage gegen W. erhoben. Die Entscheidung des Landgerichts Dortmund über die Zulassung der Anklage steht noch aus. Dem 28-Jährigen werden unter anderem versuchter Mord und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion zur Last gelegt.

Versuchter Mord aus Habgier?

Der bereits wenige Tage nach dem Anschlag vom 11. April festgenommene W. soll aus Habgier gehandelt haben. Er soll vor dem Anschlag mit geliehenem Geld auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie gewettet haben.

Bombenanschlag auf Mannschaftsbus von Borussia Dortmund

Bombenanschlag auf Mannschaftsbus von Borussia Dortmund. | Bildquelle: picture alliance / newscom

Bei dem Attentat waren drei mit Metallstiften gefüllte Sprengsätze in unmittelbarer Nähe des BVB-Mannschaftsbusses explodiert, als dieser gerade mit dem Team an Bord das Gelände des Mannschaftshotels in Dortmund zu der Champions-League-Partie gegen den AS Monaco verließ. Durch die Explosionen wurden BVB-Verteidiger Marc Bartra und ein Polizist verletzt.

afp/la