Pinterest-App auf einem Smartphone

Weiter keinen müden Cent Gewinn Pinterest enttäuscht die Anleger

Stand: 17.05.2019, 19:30 Uhr

Mit ihren ersten Quartalszahlen nach dem erfolgreichen Börsengang hat die Foto-Plattform die Anleger nicht überzeugen können. Noch immer macht Pinterest einen hohen Verlust. Die Aktie schmiert ab.

Das Pinterest-Papier stürzt zeitweise über 15 Prozent ab. Allerdings hatte der Kurs seit dem Börsengang Mitte April zuvor auch schon um mehr als 50 Prozent zugelegt. Das Debüt an der Wall Street war ein voller Erfolg. Die Anleger hatten reichlich zugegriffen.

Pinterest war es gelungen, die unter dem Börsenkürzel "PINS" gehandelten Anteilsscheine über der zuvor angepeilten Preisspanne zwischen 15 und 17 Dollar bei Anlegern loszuschlagen. Die Aktien waren mit 23,75 Dollar gehandelt worden, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 19 Dollar. Am gestrigen Donnerstag ging der Titel vor der Vorlage der Quartalszahlen mit knapp 31 Dollar aus dem amerikanischen Handel.

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ARD-Börse: Pinterest und Zoom gehen an die Börse - Anleger im Börsenfieber

Weiter tief in den roten Zahlen

Nun muss das amerikanische Unternehmen einen ersten Rückschlag an der Börse hinnehmen. Zwar machte Pinterest etwas mehr Umsatz als am Markt erwartet - aber unterm Strich steht weiterhin ein satter Verlust von 41,4 Millionen Dollar. Die Anleger reagieren enttäuscht.

Immer mehr Unternehmen, die noch keinen Cent Gewinn machen, wagen derzeit den Sprung an die Börse. Im Jahr 2018 haben mehr als 80 Prozent der Unternehmen, die in den USA an die Börse gegangen sind, noch keinen müden Cent verdient, wie Daten des US-Wissenschaftlers Jay D. Ritter von der Universität Florida ergeben.

Ihren Umsatz konnte die Foto-Plattform im ersten Quartal dagegen im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 202 Millionen Dollar steigern und dreht damit weiter an der Wachstumsschraube.

"Der Börsengang war ein wichtiger Meilenstein, aber unser Fokus bei Pinterest hat sich nicht geändert. Wir wollen Menschen helfen, inspirierende Ideen für jeden Aspekt ihres Lebens zu entdecken, von Mode und Wohnkultur bis hin zu Reisen und Fitness", sagte Pinterest-Chef Ben Silbermann. Ihr Erfolg zeige sich in den Ergebnissen. Die Plattform wolle ihre Reichweite weiter ausbauen.

International wenig rentabel

Smartphone mit Pinterest-App

Pinterest. | Bildquelle: Imago

Dabei ist allerdings auffällig, dass Pinterest sein Geschäft nach wie vor fast nur im Heimatmarkt macht. Lediglich 15 Millionen Dollar der Erlöse wurden außerhalb der USA erwirtschaftet. Dabei hat der Dienst in den Vereinigten Staaten gerade einmal 85 Millionen aktive Nutzer - in allen anderen Ländern 206 Millionen.

Pinterest versteht sich als eine Art visuelle Suchmaschine, in der Nutzer nach Ideen etwa für die Inneneinrichtung oder Urlaube suchen und Bilder zu ihren Interessen finden können. Zugleich können sie Fotos aus dem Netz als sogenannte Pins auf "Boards" zu bestimmten Themen speichern. Geld nimmt Pinterest vor allem durch Werbung ein - das sind bisher hauptsächlich bezahlte "Pins", die den Nutzern angezeigt werden.

tb