Phoenix Solarpark La Solana, Spanien
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Aktie bricht ein Phoenix Solar ist pleite

Stand: 08.12.2017, 14:48 Uhr

Ganz überraschend kommt es zwar nicht, trotzdem hatte wohl kaum jemand so schnell mit dem plötzlichen Insolvenzantrag von Phoenix Solar gerechnet. Neue Forderungen aus den USA kann das Unternehmen nicht erfüllen.

Wie das Solarunternehmen aus dem oberbayrischen Sulzemoos am Freitagmittag in einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab, ist es mit Erstattungsansprüchen von acht Millionen Dollar konfrontiert. Dies übersteige die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens, führe zur Zahlungsfähigkeit und zwinge den Vorstand, Insolvenz anzumelden, heißt es weiter.

Konkret geht es um die Ziehung von projektbezogenen Akkreditiven durch einen großen Kunden der Phoenix Solar Inc. (der Tochtergesellschaft der Phoenix Solar AG in den USA). Der Vorstand will im Lauf der kommenden Woche beim Amtsgericht München Insolvenz anmelden.

"Versuche der Unternehmensführung, mit dem erwähnten US-Kunden und dem Bankenkonsortium in Deutschland zu einer Lösung zu kommen, blieben erfolglos", teilte das Unternehmen des Weiteren mit.

Phoenix-Aktie bricht ein

Das Phoenix-Papier wurde zunächst vom Handel ausgesetzt, wird aber aktuell wieder gehandelt. Der Titel bricht derzeit rund 70 Prozent auf 0,40 Euro ein. Die Aktie, die einst auch dem Auswahlindex TecDax angehörte, ist im Prime Standard der Deutschen Börse enthalten.

Bereits Ende Oktober hatte Phoenix Solar seine Umsatz- und Ergebnisprognose erneut gesenkt. Die erwarteten Umsätze für 2017 wurden von bisher zwischen 140 und 170 Millionen Euro auf 90 bis 110 Millionen reduziert. Beim Ebit wurden zwischen minus zehn und minus acht Millionen Euro prognostiziert nach zuvor minus zwei bis plus eine Million. Zuvor wurde noch im Mai ein positives Ebit zwischen einer und drei Millionen Euro anvisiert.

Phoenix ist ein Systemhaus, das Photovoltaik-Großkraftwerke entwickelt, plant, baut und deren Betriebsführung übernimmt. 91,22 Prozent der Aktien sind im Streubesitz.

rm