Technologie

Philips Lighting Protuktlinie Hue

Tochter Lighting glänzt an der Börse Philips mit Lichtstart

Stand: 27.05.2016, 18:36 Uhr

Das war ein erfolgreicher Start: Die Philips-Leuchtensparte Lighting hat zu ihrem Börsendebüt gute Kursgewinne eingestrichen. Das lässt auch andere Aktien leuchten.

Die Aktie von Philips Lighting stieg an ihrem ersten Börsentag am Freitag um genau zehn Prozent auf 22 Euro. Ausgegeben hatten die Niederländer die Aktien ihrer Licht-Tochter zu 20 Euro das Stück. So konnte Philips durch den Börsengang 750 Millionen Euro einnehmen.

Der Konzern stieß rund 37,5 Millionen Aktien ab, was etwa einem Anteil von einem Viertel an der Lichtsparte mit LEDs und Autolicht-Bauteilen entspricht. Die übrigen Papiere will Philips in den nächsten Jahren verkaufen.

Zugeständnisse vor dem Start

Für das Gelingen des Börsendebüts hat Philips im Vorfeld Zugeständnisse gemacht. Ursprünglich hatte der Konzern nämlich einen Verkaufspreis von bis zu 22,50 Euro je Anteilsschein angepeilt.

Kreisen zufolge engte Philips die Spanne zuletzt aber auf 19 bis 20 Euro ein. Zum Preis von 20 Euro kommt Philips Lighting auf einen Marktwert von etwa drei Milliarden Euro. Die Sparte machte im vergangenen Jahr rund 7,5 Milliarden Euro Umsatz.

Weg von den Wurzeln

Die Abspaltung des Lichtgeschäfts ist für Philips ein historischer Schritt. Schließlich wurde das Unternehmen 1891 als Hersteller von Glühbirnen gegründet.

Viele Jahre lang war die Firma auf die Produktion von Fernsehern und kleinen Haushaltsgeräten spezialisiert. Philips war in vielen Haushalten für seine Unterhaltungselektronik ein Begriff. Doch 2012 verkaufte der Konzern seine Fernsehsparte, im April 2014 seine Unterhaltungssparte.

Künftig will sich der Elektronikkonzern vor allem auf das gewinnträchtigere Geschäft mit Medizintechnik konzentrieren sowie kleinere Elektrogeräte wie Rasierer und Bügeleisen. Dabei steht die Lichtsparte im Weg.

Auf den Spuren von Siemens und Osram

Philips wandelt mit der Abspaltung des Lichtgeschäfts ein wenig auf Siemens' Spuren. Der Dax-Konzern hatte seine Licht-Tochter Osram 2013 an die Börse gebracht. Die Osram-Aktie profitierte heute vom Philips-Börsengang und legte rund 1,4 Prozent zu.

Der MDax-Konzern steckt wie Philips mitten im Umbau und will das klassische Lampengeschäft angesichts des Wandels weg von der Glühbirne und hin zur LED-Technik verkaufen. Commerzbank-Analyst Sebastian Growe sieht seine positive Haltung zum Verkauf des Osram-Lampengeschäfts angesichts des IPO-Preises der Philips-Lighting-Aktie unterstützt. Das schrieb der Experte in einer ersten Einschätzung am Freitag.

bs

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