Beatmungsgerät von Philips

Produktion von Beatmungsgeräten verdreifacht Philips besser als befürchtet

Stand: 20.07.2020, 09:03 Uhr

Den niederländischen Medizintechnikkonzern hat die Corona-Krise im zweiten Quartal nicht so hart getroffen wie gedacht. Sogar die Prognose konnte Philips bekräftigen.

Umsatz und operatives Ergebnis gingen zwar deutlich zurück - allerdings nicht so stark wie von den meisten Experten erwartet. Der Umsatz sei um sechs Prozent auf 4,4 Milliarden Euro gefallen, teilte der Konkurrent von Siemens Healthineers am Montag in Amsterdam mit. Analysten hatten mit einem Rückgang der Einnahmen über sieben Prozent gerechnet.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (Ebita) brach um fast ein Viertel auf 418 Millionen Euro ein. Der Nettogewinn schrumpfte von 243 Millionen Euro auf 208 Millionen Euro. Auch hier waren Analysten lediglich von einem Überschuss von etwa 92 Millionen Euro ausgegangen.

Die Corona-Pandemie habe für einen starken Rückgang der Verbrauchernachfrage und zur Verschiebung von Geräteinstallationen sowie nicht lebensnotwendigen Eingriffen in Krankenhäusern gesorgt, berichtete Philips.

Beatmungsgeräte gefragt

Wie schon im ersten Quartal zog der vergleichbare Auftragseingang mit einem Plus von 27 Prozent aber deutlich an - angetrieben von CT-Bildgebungsgeräten, Krankenhausbeatmungsgeräten und Patientenmonitoren.

Philips-Chef Frans van Houten

Philips-Chef Frans van Houten. | Bildquelle: Unternehmen

"In enger Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und Partnern haben wir das Produktionsvolumen von Produkten und Lösungen für die Akutmedizin zur Unterstützung der Diagnose, Behandlung und Überwachung von Covid-19-Patienten stark erhöht", sagte Philips-Chef Frans van Houten. So hat sich etwa die Produktion von Beatmungsgeräten im Quartal verdreifacht. Im Juli könne noch eine Vervierfachung auf 4.000 Einheiten pro Woche erreicht werden.

Der Konzern bestätigte außerdem die Prognose für 2020. Demnach soll der Umsatz im laufenden Jahr auf vergleichbarer Basis leicht zulegen und die bereinigte Ebita-Marge steigen. Mit Blick auf die Zukunft sei ihre Mission aktueller denn je, so van Houten.

Aktie auf Erholungskurs

Die Zahlen und bestätigte Prognose könnten die Aktie weiter beflügeln. Das im EuroStoxx 50 notierte Papier konnte sich zuletzt deutlich von den ersten Verlusten nach dem Ausbruch der Krise erholen.

Zuletzt lag es wieder auf dem Niveau von Mitte Februar. Im Xetra-Handel kletterte die Philips-Aktie seit dem Tiefpunkt Mitte März damit um mehr als 50 Prozent nach oben.

tb