Philip Morris iQOS E-Zigarette

Sinkender Tabakkonsum Philip Morris: Wehe, wenn die Erhitzer nicht wären

Stand: 19.04.2018, 15:19 Uhr

Tabakhersteller wie Philip Morris verdienen noch immer Milliarden. Doch der Absatz von herkömmlichen Zigaretten geht zurück. Das spiegelt sich inzwischen auch in der Bilanz wider.

So konnte der Marlboro-Hersteller Philip Morris im ersten Quartal sein operatives Ergebnis nur dank des schwachen Dollars um 0,4 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar steigern. Ohne diesen Währungseffekt wäre das Ergebnis im Zeitraum zwischen Januar und März um 2,7 Prozent gesunken. Der Gewinn je Aktie ist ebenfalls nur dank der Währungseffekte um zwei Cents auf einen Dollar gestiegen. Darum bereinigt ergibt sich ein Rückgang um drei Cent.

Gleichzeitig geht der Absatz herkömmlicher Zigaretten und Zigarren weiter zurück. Im ersten Quartal sank er um 2,3 Prozent. Der Absatz allein von Zigaretten sank sogar um 5,3 Prozent auf 164, Milliarden Stück. Dank der neuen Angebote wie E-Zigaretten oder Verdampfern, die etliche Raucher zunehmend als Alternative zum normalen Glimmstängel nutzen, konnte der bereinigte Umsatz im ersten Quartal allerdings um 8,3 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar gesteigert werden.

Aktie unter Druck

Damit verfehlt Philip Morris die Erwartungen. Vorbörslich verliert die Aktie deshalb bis zu vier Prozent. auch beim Ausblick auf das Gesamtjahr sorgt das Unternehmen für Irritationen. So soll der Gewinn je Aktie (EPS) um 35 bis 39 Prozent auf 5,25 Dollar bis 5,40 Dollar steigen - auch dank des schwachen Dollars und einer um zwei Prozentpunkte niedrigeren Besteuerung. Sollte es jedoch zu einer Aufwertung des Dollar kommen, werde der Gewinn je Aktie nur um acht bis elf Prozent steigen, im Vergleich zu den im Vorjahr erzielten 4,72 Dollar.

Der Konzern aus New York besitzt inklusive der Marke Marlboro sechs der Top-15 Tabakmarken der Welt. Philip Morris beschäftigt über 82.000 Mitarbeiter und verkauft seine Produkte in rund 180 Ländern. Die Aktie liegt an der Wall Street seit Jahresanfang 2018 mit 4,7 Prozent im Minus und weist eine aktuelle Marktkapitalisierung von 157,5 Milliarden Dollar auf.

Mehr E-Zigaretten und Verdampfer verkaufen

Ziel von Philip Morris ist es, bis zum Jahr 2025 weltweit 30 Prozent seines Absatzes mit potenziell risikoreduzierten Produkten zu erwirtschaften.

Die Dividende ist bisher von der sich leicht eintrübenden Lage unberührt geblieben: Der Konzern hat kürzlich 1,07 Dollar ausgeschüttet. Das sind auf das Jahr hochgerechnet 4,28 Dollar.

lg