Waldbrand in Kalifornien

Die Insolvenz droht PG&E-Aktien brechen ein

Stand: 14.01.2019, 14:43 Uhr

Beim kalifornischen Energieversorger PG&E, der als ein Mitverursacher der verheerenden Waldbrände des vergangenen Jahres gilt, sieht es nach Pleite aus. Das Management teilte heute mit, dass es einen Insolvenzantrag stellen wird. Die Anleger suchen ihr Heil in der Flucht.

Im vorbörslichen Handel in den USA brechen die Titel um mehr als 50 Prozent ein. In Frankfurt stürzen die Titel zur Stunde um mehr als 20 Prozent ab. Im November hatten PG&E in den USA noch knapp 50 Dollar gekostet, heute vor Börsenstart in New York sind es gerade noch rund 17 Dollar. Mal sehen, was davon zu späterer Stunde noch übrig bleiben wird.

Der Insolvenzantrag soll um den 29 Januar herum gestellt werden, wie das Management heute bekanntgab. In Kalifornien gibt es eine gesetzliche Regelung, wonach die Unternehmen eine Vorlauffrist von 15 Tagen beachten müssen, wenn sie einen Antrag nach „Chapter 11“ stellen wollen.

Bei PG&E ist derzeit einiges los: Erst gestern gab das Unternehmen bekannt, dass die Vorstandsvorsitzende Geisha Williams das Unternehmen verlässt. Interim-CEO John Simon wird den Posten vorerst übernehmen.

30 Milliarde Dollar Schadenersatz möglich

Die Krise bei PG&E hängt mit den kalifornischen Waldbränden des vergangenen Jahres und des Jahres 2017 zusammen. Dem Versorger sollen Schadenersatzansprüche in Höhe von bis zu 30 Milliarden Dollar drohen. Bei den kalifornischen Waldbränden des Jahres 2018 starben mehr als 80 Menschen, mehr als 13.000 Häuser wurden zerstört.          

Erin Brockovich

Erin Brockovich. | Bildquelle: Imago

Schadenersatzprozesse sind in der Geschichte des Konzerns nichts Neues. Im Jahr 1996 zahlte PG&E wegen mit Chrom vergiftetem Grundwasser 333 Millionen Dollar, seinerzeit die größte Schadenersatzsumme in der Geschichte der USA. Steven Soderbergh verfilmte die Geschichte im Jahr 2000 unter dem Titel „Erin Brockovich“ mit Julia Roberts in der Hauptrolle. Auch den Nachforschungen der echten Erin Brockovich, die für die Kanzlei Masry & Vititoe als Anwaltsgehilfin arbeitete, war es zu verdanken, dass dieser Erfolg für die Kläger erzielt wurde.

ts