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Corona mit Nebenwirkungen Pfizer: Weniger Arztbesuche, weniger Umsatz

Stand: 28.07.2020, 14:14 Uhr

Für den Pharmariesen hat Corona positive und negative Nebenwirkungen. Einerseits werden weniger Medikamente verschrieben, weil viele Bürger nicht mehr zum Arzt gehen. Andererseits locken beim Rennen um den Impfstoff neue Einnahmequellen.

Im zweiten Quartal bekam Pfizer den Lockdown in vielen Ländern der Welt schmerzlich zu spüren. Der Umsatz schrumpfte um elf Prozent auf 11,8 Milliarden Dollar. Unter dem Strich ging der Gewinn sogar um knapp ein Drittel auf 3,4 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten aber mit noch schlechteren Zahlen gerechnet.

Bestimmte Impfungen und Medikamente wurden im Zeitraum von April bis Ende Juni seltener verschrieben. Denn viele Menschen scheuten den Weg ins Krankenhaus und zu Ärzten, aus Angst sich mit Corona anzustecken. Zudem belastete der Lockdown die Vertriebs- und Marketingaktivitäten, insbesondere in den USA. In den Lieferketten sorgte hingegen die Pandemie für keine dramatischen Störungen. Auch die Fabriken des Konzerns liefen weiter auf normalem Niveau.

Besserung in der zweiten Jahreshälfte

In der zweiten Jahreshälfte rechnet der Pharma-Gigant mit schrittweiser Besserung. Er hob deshalb seine Prognosen für 2020 etwas an. Beim Umsatz erwartet Pfizer nun einen Rückgang auf 48,6 bis 50,6 Milliarden Dollar. 2019 waren noch 51,75 Milliarden erwirtschaftet worden. Das bereinigte Ergebnis je Aktie werde nun bestenfalls stagnieren, nachdem zuvor ein Rückgang erwartet worden war. Hier peilt Pfizer jetzt 2,85 bis 2,95 Dollar an.

Die optimistischeren Töne von Pfizer kommen an der Börse gut an. Die Aktien von Pfizer steigen vorbörslich um vier Prozent. Damit setzt sich die Kurserholung fort. In den letzten vier Wochen haben die Titel des Pharmariesen gut 17 Prozent gewonnen.

Vorne mit dabei im Rennen um den Corona-Impfstoff

Vor allem die Fortschritte beim Corona-Impfstoff, an dem Pfizer gemeinsam mit dem Mainzer Biopharma-Unternehmen tüftelt, beflügelten den Kurs. Heute beginnt die finale Phase-II/III-Studie ihres Corona-Impfstoffkandidaten. Bei einem Erfolg sei geplant, im Oktober ein Zulassungsverfahren zu beantragen, hieß es. Möglicherweise könnten dann bis Ende des Jahres schon bis zu 100 Millionen Impfdosen bereitgestellt werden.

Manche Börsianer halten den "Impfstoff-Effekt" für übertrieben. Die Bewertung von Pfizer sei inzwischen extrem, moniert Anlagestratege Jared Holz vom Brokerhaus Jefferies. Investoren würden offenbar ignorieren, dass sich Pfizer den Gewinn aus dem Impfstoff mit Biontech teilen müsse.

nb