Mehr Gewinn trotz weniger Umsatz Pfizer: Anleger freuen sich über Gewinnsprung

Stand: 29.10.2019, 14:34 Uhr

Der US-Pharmariese Pfizer wird nach dem dritten Quartal optimistischer für das Gesamtjahr und hebt die Prognose an. Besonders das Biopharma-Geschäft läuft rund. Das mögen die Investoren.

Pfizer hat nach einem unerwartet hohen Gewinnanstieg die Ziele angehoben. Im vergangenen Jahresviertel kletterte der Nettogewinn auf 7,68 Milliarden Dollar von 4,11 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Dabei profitierte der Konzern auch von einem positiven Einmaleffekt nach dem Abschluss des Gemeinschaftsunternehmens bei rezeptfreien Gesundheitsprodukten mit der britischen GlaxoSmithKline.

Vor allem das Biopharmageschäft etwa mit dem Brustkrebsmedikament Ibrance oder das Thrombosemedikament Eliquis lief bei Pfizer gut. Der Ibrance-Umsatz sprang um ein Viertel in die Höhe. Mit insgesamt 12,68 Milliarden Dollar setzte Pfizer gleichwohl fünf Prozent weniger um als vor Jahresfrist, da der Konzern unter dem Patentverlust seines Schmerzmittels Lyrica leidet.

Mehr Gewinn je Aktie

Der Hersteller von Blockbustern wie der Erektionspille Viagra und dem Cholesterinsenker Lipitor engte seine Prognose für den Umsatz ein und hob den Ausblick für den Gewinn je Aktie an. Konkret soll der bereinigte Gewinn je Aktie 2019 nun zwischen 2,94 US-Dollar und 3,00 US-Dollar erreichen. Bisher lag die Schätzung zwischen 2,76 bis 2,86 Dollar. Die Aktie legte daraufhin vorbörslich um mehr als drei Prozent zu.

Beim Umsatz hob das Management das untere Ende leicht an und geht nun von einem Erlös von 51,2 bis 52,2 Milliarden Dollar aus, nach bisher 50,5 bis 52,5 Milliarden.

Viagra Tabletten von Pfizer

Viagra: Bald unter Mylans Fittichen. | Quelle: picture-alliance/dpa

Veränderungen stehen an

Biopharma ist der Bereich, auf den Pfizer mit Blick auf die Zukunft setzt. Im Gegenzug werden frühere Umsatzbringer wie etwa Viagra und der Cholesterinsenker Lipitor unter dem Namen Upjohn in den kleineren Konkurrenten Mylan eingebracht, wofür Pfizer die Mehrheit an dem neu geformten Generikakonzern bekommt. Das Upjohn-Geschäft ging im dritten Quartal zurück.

Vorbörslich rückten die Titel um rund drei Prozent vor. Die US-Bank JPMorgan beließ Pfizer nach Zahlen und angehobenen Jahreszielen auf "Neutral". Der US-Pharmakonzern habe mit seinem Ergebnis je Aktie die durchschnittliche Analystenschätzung deutlich übertroffen, schrieb Analyst Chris Schott. Er hoffe nun auch auf Nachhaltigkeit hinsichtlich der Bruttomargenentwicklung.

ts