Viagra-Tabletten

Ehemaliger Verkaufsschlager Pfizer trennt sich von Viagra-Geschäft

Stand: 29.07.2019, 15:47 Uhr

Der US-Pharmakonzern Pfizer will seine früheren Blockbuster, darunter Viagra und der Cholesterinsenker Lipitor, in den kleineren Konkurrenten Mylan auslagern.

Im Gegenzug soll Pfizer die Mehrheit von 57 Prozent an dem neu geformten Generikakonzern Mylan bekommen, der seinen Sitz in den Niederlanden hat, teilten beide Konzerne am Montag mit. Am Wochenende hatten bereits mehrere Medien über das Zusammengehen spekuliert. Das Geschäft der unter dem Namen Upjohn zusammengefassten Medikamente von Pfizer schwächelt.

Grund ist, dass der Patentschutz etwa für Viagra abgelaufen ist und das Mittel inzwischen auch von Generikaherstellern angeboten wird - zu deutlich niedrigeren Preisen als von Pfizer.

Synergien von einer Milliarde Dollar

Mylan-Aktionäre erhalten für jede Aktie ein Papier des neuen Unternehmens. Mylan bringt es an der Börse auf knapp zehn Milliarden Dollar, Pfizer ist 240 Milliarden wert. Das neue Unternehmen soll 2020 auf einen Umsatz von 19 bis 20 Milliarden Dollar kommen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll zwischen 7,5 und 8 Milliarden Dollar liegen.

Dies beinhalte bereits Synergien, die ab 2023 jährlich rund einer Milliarde Dollar bringen sollen. Mitte 2020 soll der Deal abgeschlossen sein. Mylan-Verwaltungsratschef Robert J. Coury soll die gleiche Position bei dem neuen Unternehmen innehaben. Unternehmenschef wird Michael Goettler, der zur Zeit Präsident von Upjohn ist.

Ausblick angepasst

Im Zuge der Mylan-Transaktion verlegte Pfizer die Veröffentlichung seiner Quartalszahlen um einen Tag vor. Der Nettogewinn stieg im zweiten Jahresviertel um fast ein Drittel auf gut 5,0 Milliarden Dollar, wie der Konzern mitteilte. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf knapp 13,3 Milliarden Dollar. Aus eigener Kraft erzielte Pfizer ein Plus von zwei Prozent, angetrieben von einem robusten Biopharmageschäft, etwa bei Schlüsselmedikamenten wie dem Gerinnungshemmer Eliquis.

Dagegen sanken die Upjohn-Umsätze um elf Prozent, vergleichbar lag das Minus bei sieben Prozent. Neben dem besagtem Konkurrenzdruck durch Generika machten Pfizer hier auch Umsatzrückgänge in China zu schaffen. Pfizer passte dabei auch seinen Ausblick für das laufende Jahr an. Dieser reflektiert nun das neue Gemeinschaftsunternehmen für rezeptfreie Produkte mit der britischen GlaxoSmithKline, welches am 1. August starten soll. Ebenfalls enthalten sind die Zukäufe von Array Biopharma und Therachon.

So geht Pfizer nun von einem Umsatz von 50,5 Milliarden bis 52,5 Milliarden Dollar aus. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll 2,76 bis 2,86 Dollar betragen. Zuvor hatte der Konzern mit Erlösen von 52 bis 54 Milliarden Dollar sowie einem Gewinn von 2,83 bis 2,93 Dollar je Aktie gerechnet.

lg