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Gewinne über Prognosen Pfizer mit Zahlen-Mix

Stand: 01.08.2017, 14:14 Uhr

Einer der weltgrößten Pharmakonzerne leidet unter den branchenüblichen Problemen: Blockbuster-Medikamente leiden unter der Nachahmerkonkurrenz. Doch der US-Konzern zieht sich ganz passabel aus der Affäre.

Die Gewinne bei dem Pharma-Giganten sprudeln weiter. Im abgelaufenen Quartal konnte Pfizer seinen Nettoertrag sogar von 2,05 auf 3,07 Milliarden Dollar steigern. Je Aktie verdiente der Konzern mit 0,67 Dollar einen Cent je Anteilsschein mehr als von Analysten erwartet. Und im Gesamtjahr traut man sich sogar einen Gewinn je Aktie von 2,54 bis 2,60 Dollar zu, zuvor hatte die eigene Vorgabe bei 2,50 Dollar je Anteilsschein gelegen.

Biosimilars springen in die Bresche

Auf der Umsatzseite macht sich allerdings der Effekt weniger erfolgreicher Medikamente bemerkbar. Insgesamt gingen die Erlöse um zwei Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar zurück. Einen negativen Währungseffekt machte Pfizer einerseits dafür verantwortlich. Unter der Rubrik "operationale" Rückgänge finden sich aber zum Beispiel schwächere Umsätze mit dem Impfstoff Prevnar. Auch der neue Brustkrebs-Blockbuster Ibrance erwirtschaftet nicht die erhofften Milliardenumsätze. Ein Teil des Umsatzkuchens ging außerdem durch den Verkauf der Infusionstechnologie-Sparte Hospira verloren.

Einen Wachstumsbereich stellen für Pfizer derzeit die so genannten "Biosimilars" dar. Dies sind biotechnologisch hergestellte Arzneimittel. Die Sparte verdankte ihr deutliches Wachstum im Quartal vor allem dem Krebs-Medikament Inflectra.

Kosten schrumpfen, Gewinne strecken

Der Konzern hat es in den vergangenen Jahren aber auch verstanden, seine Kostenseite besser in den Griff zu bekommen. Die Aufwendungen für die Entwicklung und den Verkauf seiner Präparate fiel im Quartal rund eine halbe Milliarde Dollar geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Entsprechend positiv ist der Ergebniseffekt der Sparanstrengungen.

Auf die Ergebnisseite dürften auch die Anleger bei Pfizer schauen. Die Aktie zog bereits im vorbörslichen US-Handel um knapp ein Prozent an. Marktteilnehmer verwiesen dazu vor allem auf den angehobenen Ergebnisausblick.

Aktie kein Blockbuster

Die Pfizer-Aktie hat sich mit leicht fallender Tendenz durch die vergangenen Monate gehandelt. Auf Jahressicht notiert der Titel knapp zehn Prozent schwächer und ist damit der schwächsten Werte im Dow-Jones-Index, der derzeit auf Allzeithoch notiert.

AB