Logo an der Pfizerzentrale

Einnahmen stagnieren Pfizer: Gutes Quartal, trübe Prognose

Stand: 30.10.2018, 11:28 Uhr

Der Pharmakonzern Pfizer hat im dritten Quartal prächtig verdient und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Aussichten für die nächsten Monate sind allerdings weniger rosig.

Im dritten Quartal verzeichnete Pfizer einen satten Gewinnsprung von fast 45 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie machte ebenfalls einen Sprung um 46 Prozent auf 0,69 Cent. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 16 Prozent auf 0,78 Dollar. Auch dieser Wert lag über den Erwartungen der Analysten. Dabei profitierte das Unternehmen von einer gesunkenen Steuerquote sowie einem stärkeren Geschäft mit dem Krebsmittel Ibrance und dem Impfstoff Prevnar.

Der Umsatz legte indes nur um ein Prozent auf 13,3 Milliarden Dollar zu. Bereinigt um die Währungseffekte wären die Erlöse um zwei Prozent gestiegen. Pfizer kommen nach eigenen Angaben unter anderem der erstarkte Dollar sowie die Abkühlung in einigen Schwellenländern in die Quere. Zudem entwickelten sich die Geschäfte im kleineren Geschäftsbereich Essential Health nicht so gut wie erwartet. Hier gingen die Einnahmen im dritten Quartal um vier Prozent zurück.

Umsatzspanne eingegrenzt

Weil diese Belastungen anhalten dürften, hat Pfizer nun seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr leicht gekürzt. Statt zwischen 53 und 55 Milliarden Dollar dürfte Umsatzspanne in diesem Jahr zwischen 53 und 53,7 Milliarden liegen. Der Pharmariese hatte bereits zur Halbjahresbilanz seine Umsatzziele gekürzt.

Im vorbörslichen Handel sorgt die eingegrenzte Prognose für Enttäuschung, die Aktie fällt um 0,8 Prozent. In den Sommermonaten war das Pfizer-Papier allerdings kräftig gestiegen, von 31 Dollar auf knapp 40 Dollar am 9. Oktober.

Hoffnungsträger Tafamidis

Ausgelöst wurde der Höhenflug von guten Nachrichten zum neuen Hoffnungsträger Tafamidis. Das Mittel konnte bei Patienten mit einem seltenen Herzleiden (Transthyretin-assoziierter Kardiomyopathie) das Todesrisiko um 30 Prozent senken.

Das Medikament gilt als einer der wichtigsten Hoffnungsträger des Konzerns und soll zum Kassenschlager werden. Pfizer hofft bis 2022, zwischen 25 und 30 neue Medikamente auf den Markt bringen zu können. Tafamidis gehört dabei zu jenen rund Dutzend Präparaten, die dem Konzern in den kommenden Jahren jeweils mehr als eine Milliarde Dollar pro Jahr einspielen sollen. Analysten rechnen damit, dass Tafamidis diese Schwelle spätestens in fünf Jahren erreicht.

lg

1/11

Die Pharmariesen dieser Erde Chartserie

<strong>Johnson & Johnson</strong><br/>Mit einem Umsatz von fast 77 Milliarden Dollar im Jahr 2017 belegt der US-Konzern Platz eins unter den Pharmaunternehmen. Allerdings muss man bedenken, dass Johnson & Johnson auch in der Konsumgüterbranche agiert, der Umsatz also nicht allein mit Pharmaprodukten erzielt wird.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Johnson & Johnson
Mit einem Umsatz von fast 77 Milliarden Dollar im Jahr 2017 belegt der US-Konzern Platz eins unter den Pharmaunternehmen. Allerdings muss man bedenken, dass Johnson & Johnson auch in der Konsumgüterbranche agiert, der Umsatz also nicht allein mit Pharmaprodukten erzielt wird.